Lufthansa verkauft Langstreckenflüge ohne Freigepäck

22.05.2018 - 16:11 0 Kommentare

Die Lufthansa Group entfernt sich weiter vom Full-Service-Konzept: Auf Transatlantikflügen gibt es künftig Tickets, die kein aufgegebenes Gepäck enthalten. Der Kranich-Konzern reagiert damit nicht nur auf die Konkurrenz der Billigflieger.

Passagier mit Koffern. - © © dpa - Boris Roessler

Passagier mit Koffern. © dpa /Boris Roessler

Basistarife mit eingeschränktem Leistungsumfang finden auch im Langstreckenverkehr immer mehr Verbreitung: Als letzte der großen Airline-Gruppen führt nun die Lufthansa Group ein. Wie der Konzern am Dienstag ankündigte, soll ab dem Sommer ein "Light"-Tarif für Nordamerika-Verbindungen buchbar werden, der kein Freigepäck mehr umfasst.

Das neue Angebot, bei dem die Bordverpflegung inbegriffen bleibt, gilt für Strecken von Lufthansa, Swiss, Austrian und Brussels Airlines. Einen genauen Starttermin nannte das Unternehmen noch nicht. Der Preis liege unter den bisherigen Economy-Tarifen, sagte ein Sprecher.

Die Lufthansa Group hat das neue Konzept seit Oktober 2017 bereits auf Verbindungen zwischen Skandinavien und Nordamerika erprobt. Im Europa-Verkehr gibt es die "Light"-Tarife bereits seit 2015.

Bei Air France und British Airways seit April

Lufthansa ist nach Air France/KLM sowie British Airways und Iberia die letzte der großen Airline-Gruppen in Europa, die einen solchen Basistarif auf Langstrecken einführen. Die Konkurrenten führten ihn bereits im April für Flüge in die USA und nach Kanada ein, genauso wie die jeweiligen Joint-Venture-Partner Delta Air Lines und American Airlines.

United Airlines als Joint-Venture-Partner der Lufthansa hatte im März angekündigt, den Basic-Economy-Tarif in diesem Jahr auf Transatlantikstrecken auszudehnen. Als erster Netzwerk-Carrier wagte es im September 2017 TAP Air Portugal, ein Langstreckenangebot ohne Check-in-Gepäck einzuführen.

© dpa, Lesen Sie auch: Netz-Carrier machen auf Billigflieger Aviation Management

Vorreiter der abgespeckten Langstreckentarife waren zunächst die Low-Cost-Carrier wie Norwegian und Wow Air. Bei ihnen muss der Passagier nicht nur für das Freigepäck extra zahlen, sondern auch für Getränke und Speisen an Bord. Dies gilt auch für die Lufthansa-Tochter Eurowings: Sie bot auf ihren Langstreckenverbindungen von Anfang einen Basic-Tarif an.

Von: br, pra, dpa
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