Lufthansa Group will Märkte abseits der Hubs verteidigen

20.07.2017 - 11:53 0 Kommentare

Eurowings, Ryanair, Lufthansa: In einem Interview äußert sich Lufthansa-Chef Carsten Spohr zu mehreren Themen. Auch die Konkurrenten IAG und Air France/KLM sind ein Thema.

Carsten Spohr ist seit 2014 Chef der Lufthansa Group. Foto: © dpa,

Die Lufthansa Group will die Luftverkehrsmärkte abseits ihrer Hubs verteidigen. Das sagte Konzernchef Carsten Spohr im Interview mit "Flightglobal". Man wolle sich nicht nur auf die Drehkreuze in Deutschland, Österreich und der Schweiz konzentrieren, so der Manager. "Vor allem in Deutschland gibt es andere wirtschaftliche Zentren abseits von Frankfurt und München, die wir nicht aufgeben wollen."

Die Kernmarke Lufthansa hat sich laut Spohr in letzter Zeit gut entwickelt. "Das kommt daher, dass wir uns dabei auf den Premium-Bereich konzentrieren und Eurowings die anderen Märkte und Kunden abdeckt."

IAG und Air/France-KLM ziehen nach

Die Billigtochter Eurowings ist die Antwort der Lufthansa Group auf die zunehmende Konkurrenz, beispielsweise durch Low-Cost-Carrier. Da habe man vielleicht etwas zu spät reagiert, räumte Spohr in dem Interview ein. Unter der Marke Eurowings werden sowohl Europa- als auch Langstreckenflüge angeboten.

Inzwischen zieht auch die Lufthansa-Konkurrenz nach: IAG mit der Billig-Langstreckentochter Level, Air France/KLM mit Boost - auch wenn letztere ausdrücklich kein Low-Cost-Carrier sein soll. Es fühle sich gut an, dass die beiden Konkurrenten es der Lufthansa Group nachmachen, so Spohr.

© Lufthansa-Group Lesen Sie auch: Lufthansa verdoppelt Halbjahresgewinn

Der Konzernchef äußerte sich außerdem über die Herausforderungen für die Lufthansa Group, zum Beispiel am Flughafen Frankfurt, wo seit Kurzem auch der irische Billigflieger Ryanair operiert: "Wir haben gelernt, dass wir erfolgreich sein können und dass sie erfolgreich sein können."

Noch nie hat jemand die Lufthansa in Gefahr gebracht, aber viele haben uns herausgefordert.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr

Der Manager hat das Gefühl, "dass sich in Europa nicht die erfolgreichen Airlines gegenseitig weh tun". Spohr weiter: "Ich denke, es sind die weniger erfolgreichen Fluggesellschaften, die gerade ausgequetscht werden." In einem Politikbrief hatte sich die Lufthansa Group kürzlich für weniger Gesellschaften in Europa augesprochen.

Von: ch
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