Lufthansa Group startet neue Flugschule

03.02.2017 - 12:20 0 Kommentare

Wie angekündigt vereint die Lufthansa Group ihre Flugschulen unter einem Dach. Jetzt geht es los - und zwar mit der Ausbildung von Piloten für eine Konzerntocher.

Ein Flug- und Ausbildungskapitän sitzt in einem Boeing 747-Flugsimulator der Lufthansa. - © © dpa - Fredrik Von Erichsen

Ein Flug- und Ausbildungskapitän sitzt in einem Boeing 747-Flugsimulator der Lufthansa. © dpa /Fredrik Von Erichsen

Die Lufthansa Group vereint ihre Flugschulen unter einem Dach. Die neue "European Flight Academy" (EFA) ist jetzt an den Start gegangen, wie es in einer Mitteilung hieß. Dabei sollen Piloten auch über den eigenen Bedarf hinaus ausgebildet werden. Die Zusammenlegung der Flugschulen war bereits im Mai 2016 angekündigt worden.

Die angehenden EFA-Flugzeugführer werden die theoretische Ausbildung in Bremen absolvieren. Das praktische Flugtraining wird in Arizona (USA) sowie in Rostock-Laage stattfinden. Dafür sollten extra neue Schulflugzeuge angeschafft werden, hieß es Ende des vergangenen Jahres.

Neue Piloten für Austrian Airlines

Los ging es jetzt mit der Ausbildung von 23 Nachwuchspiloten für die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines. Der Bedarf entstehe aufgrund der Umschulungswelle, die durch die Umflottung von Fokker- auf Embraer-Flugzeuge ausgelöst würde, hieß es von Seiten der österreichischen Fluggesellschaft.

© dpa, Fredrik Von Erichsen Aviation Management:Warum Airlines nicht mehr in die Ausbildung von Nachwuchspiloten investieren

Am Ende der rund 21 Monate dauernden Grundausbildung bei der EFA steht die Verkehrsflugzeugführerlizenz (Airline Transport Pilot License, ATPL). Diese berechtigt grundsätzlich zum Führen von Verkehrsflugzeugen. Im Anschluss daran müssen die Absolventen dann noch die Berechtigung für den Flugzeugtyp erwerben, auf dem sie dann ihre fliegerische Laufbahn beginnen.

Bei der Lufthansa sieht es anders aus

Während Austrian Piloten braucht, sieht es bei der Kerngesellschaft Lufthansa anders aus. Wegen des langwierigen und immer noch ungelösten Tarifstreits mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit herrscht seit Beginn 2014 ein faktischer Einstellungsstopp zu den Bedingungen des Konzerntarifvertrags. Dort könne man erst wieder einstellen, wenn die tariflichen Bedingungen für die notwendige Kostensenkung erreicht sind, sagte ein Sprecher in Frankfurt.

Wegen des Einstellungsstopps warten weiter fast fertig ausgebildete Lufthansa-Flugschüler auf eine Anstellung bei der Muttergesellschaft. Ihre Vertretung NFF-Rat bezifferte die Zahl der unversorgten Flugschüler auf rund 400. Die meisten übrigen hätten inzwischen Zeitverträge zu geringeren Konditionen bei anderen Fluggesellschaften auch innerhalb des Konzerns unterschrieben. Der Lufthansa-Konzern stellt bei Eurowings, Austrian und Swiss Piloten ein.

© dpa, Ingo Wagner Lesen Sie auch: Angehende Lufthansa-Piloten beklagen sich über Ausbildungsstau

Die angehenden Lufthansa-Piloten schließen ihre Ausbildung bisher mit einer MPL (Multi Crew Pilot Licence) ab. Dabei ist der Lehrplan in wesentlichen Teilen bereits speziell auf die Bedürfnisse der ausbildenden Fluggesellschaft abgestimmt - in diesem Fall also der Lufthansa. Folglich ist für MPL-Inhaber der Wechsel des Arbeitgebers nicht ohne Umschulungen möglich.

Von: ch, mit Material von dpa
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