Lufthansa steht wohl vor Großbestellung

23.10.2018 - 14:20 0 Kommentare

Lufthansa überlegt offenbar, weitere Langstrecken-Jets zu ordern - entweder A350-Maschinen oder "Dreamliner" von Boeing. Sie könnten als Ersatz für die alternde A340-Flotte dienen.

Ein Airbus A350-900 der Lufthansa. - © © Lufthansa -

Ein Airbus A350-900 der Lufthansa. © Lufthansa

Lufthansa steht wohl vor einem Umbau ihrer Langstreckenflotte. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur "Bloomberg" hat der Kranich Angebote für rund 20 spritsparende Widebody-Jets bei Airbus und US-Konkurrent Boeing eingeholt. Die Nachrichtenagentur bezieht sich dabei auf mit den Plänen vertraute Personen, die anonym bleiben wollen.

Im Raum stehen dabei wohl zwei Typen - von beiden großen Herstellern: die A350 von Airbus oder Boeings 787 "Dreamliner". Ein Lufthansa-Sprecher teilte gegenüber airliners.de mit, dass man sich zu Spekulationen grundsätzlich nicht äußere.

Im Umfeld des Konzerns heißt es, für die A350 spreche unter anderem, dass die Verfügbarkeit geklärt ist. Denn Lufthansa könnte eine Order von Etihad übernehmen: Die Golf-Airline hat bei Airbus noch 62 A350-Maschinen auf der Liste stehen und will diese offenbar nicht abnehmen.

Experte sieht "Dreamliner"-Order kritisch

Lufthansa betreibt aktuell elf A350-900. Vier weitere Jets sollen in den kommenden Monaten zur Flotte stoßen. Außerdem besitzt der Kranich eine Option für zehn weitere Maschinen. Industrieexperte Michael Santo von der Unternehmensberatung H&Z sieht den potenziellen Kauf von Boeings "Dreamliner" kritsich.

"Den Einsatz zweier konkurrierender Muster im gleichen Segment halte ich nicht für sinnvoll", konstatiert der Kenner. "Es treibt die Komplexität in allen Bereichen beispielsweise dem Type-Rating der Crews oder die Ersatzteilversorgung voran."

Boeing-Bestellung könnte Druckmittel sein

Möglicherweise bringe man bei der Lufthansa Boeings Konkurrenzmodell ins Spiel, um den Verhandlungsdruck auf Airbus zu erhöhen, spekuliert Santo. Ein möglicher Deal hätte laut Listenpreis einen Wert von rund fünf Milliarden Dollar.

"Bloomberg" berichtet weiter, dass Lufthansa versuche, dafür die A340-Flotte in Zahlung zugeben. Branchenexperten sehen darin den Versuch, die Flotte möglichst geräuschlos auszutauschen. Lufthansa hat 14 A340-300 und 17 moderne A340-600 im Einsatz. Die Vierstrahler sind bald zum Großteil in München stationiert.

Gleichzeitig betreibt Lufthansa noch Doppelstöcker des Typs Boeing 747-8 und -400. Letztere sollen ähnlich wie die A340-Flugzeuge den Konzern verlassen - denn: Vierstrahler sind unprofitabler als moderne Twin-Jets. Die bestellten Boeing-777-X-Maschinen könnten laut Santo ab 2020 die Langstreckenflotte gut ergänzen.

Von: br
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