Zypries rät Lufthansa zu Kooperation mit Golf-Carriern

08.06.2016 - 16:18 0 Kommentare

Die Lufthansa sollte über eine Zusammenarbeit mit arabischen Airlines nachdenken. Das sagte die Koordinatorin der Bundesregierung für Luftfahrt, Brigitte Zypries. Anhand eines Beispiels erläuterte sie ihren Rat.

Brigitte Zypries (SPD) - © © Harry Soremski -

Brigitte Zypries (SPD) © Harry Soremski

Die Lufthansa sollte lieber mit den Golf-Carriern zusammenarbeiten, als sich gegen sie zu wehren. Dieser Ansicht ist Brigitte Zypries (SPD), Bundestagsabgeordnete und Koordinatorin der Bundesregierung für die Deutsche Luft- und Raumfahrt, wie die Nachrichtenagentur "Bloomberg" jetzt berichtet.

Als Beispiel für eine mögliche Zusammenarbeit nannte die Politikerin die International Airlines Group (IAG). Die Anteile von Qatar Airways an dem Airlineverbund betragen seit kurzem rund 15 Prozent. Zur IAG gehören neben British Airways und Iberia auch Vueling und Aer Lingus.

Es sei eine schwierige Debatte, so Zypries weiter. Aber es mache auf jeden Fall für die Lufthansa Sinn, über mögliche Kooperationen nachzudenken.

Auch die Lufthansa gehört zu den Airlines, die sich gegenüber Fluggesellschaften wie Emirates und Etihad benachteiligt fühlt. Vor allem Golfstaaten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Katar wird immer wieder vorgeworfen, den internationalen Wettbewerb mit Subventionen und staatlichen Unterstützungen für ihre Airlines zu verzerren. Die kritisierten Gesellschaften haben die Vorwürfe jedoch zurückgewiesen.

Bei Air Berlin sieht die Sache anders aus

Die Diskussion um die Golf-Carrier spaltet die Branche. Die deutsche Air Berlin zum Beispiel profitiert von ihrer Anteilseignerin Etihad. Diese besitzt knapp 30 Prozent und hält Air Berlin mit ihren Finanzspritzen in der Luft.

Aufgrund der "offensichtlichen Diskrepanzen" bei dem Umgang mit den arabischen Airlines war Air Berlin bereits vor über einem Jahr aus dem Luftfahrtverband AEA ausgetreten. Die IAG verließ den Verband ebenfalls.

© Airbus, Lesen Sie auch: Streit über Golf-Carrier: Air Berlin tritt aus Luftfahrtverband AEA aus

Die Luftfahrtstrategie der EU sieht vor, europäische Airlines besser vor der Konkurrenz zu schützen. Für den Fall, dass sich unfaire staatliche Beihilfen nachweisen lassen, könnten in Zukunft zum Beispiel Sanktionen verhängt werden, hieß es in einem Strategie-Papier. Die EU-Kommission hat in dieser Woche das Mandat für die Luftverkehrsverhandlungen mit den VAE und Katar bekommen.

Von: ch
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