Lufthansa-Aktie ist Jahresgewinnerin im Dax

29.12.2017 - 14:00 0 Kommentare

Der Kranich hatte 2017 viel zu lachen: Lufthansa übernimmt nach dem Air-Berlin-Aus die Alleinherrschaft am deutschen Himmel und auch die Aktie lässt im Dax alle hinter sich.

Lufthansa-Maschinen: Mit über 31 Euro pro Anteilsschein aus dem Handel 2017.Foto: © dpa, Federico Gambarini

Die Papiere der Lufthansa Group haben in diesem Jahr im Dax um mehr als 150 Prozent an Gewinn zugelegt und sind damit unangefochtener Spitzenreiter des Indices. Weit hinter Lufthansa landeten die Commerzbank mit einem Plus von rund 74 Prozent auf Platz zwei und dahinter RWE mit gut 44 Prozent Gewinn. Das Börsenbarometer mit seinen 30 Werten stieg im Durchschnitt gerade einmal um 14 Prozent.

Zum Jahresbörsenschluss (Freitag, 29. Dezember, 14 Uhr) notiert die Kranich-Aktie bei 31 Euro. Ihr Tief vom Oktober 2016 (9,10 Euro) hat sie Anfang Dezember dieses Jahres mit einem neuen Allzeithoch (31,15 Euro) vergessen machen lassen.

Entwicklung des Aktienkurses der Lufthansa AG (Isin: DE0008232125) seit Ende Dezember 2016. © Screenshot boerse-frankfurt.de

Zu Jahresanfang überwog bei den Kranich-Papieren noch klar die Skepsis: 60 Prozent der vom Finanzdienst Bloomberg befragten Analysten rieten dazu, die Aktien aus dem eigenen Depot zu werfen. Die Experten erwarteten für 2017 eine äußerst schlechte Performance der Papiere: im Schnitt minus 15 Prozent.

Meilensteine in diesem Jahr

Doch es kam alles anders. Erste Übernahmespekulationen Ende April, als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in die Emirate reiste, angeblich um Air-Berlin-Großaktionärin Etihad zu überzeugen, den Krisen-Carrier fallen zu lassen, trieben die Papiere auf fast 16 Euro.

Und als die Konkurrentin dann Mitte August Insolvenz anmeldete und mehrere Ministerien sich unisono für eine Übernahme durch Lufthansa beziehungsweise für das Stärkung eines "nationalen Champions" aussprachen, durchbrachen die Papiere die Marke von 20 Euro.

Kranich-Papiere

Die Aktie der Lufthansa AG wurde am 14. April 1966 zum Handel an den acht deutschen Wertpapierbörsen eingeführt. Die Papiere gingen mit einer Erstnotiz von 1000 D-Mark auf Parkett. Am ersten Handelstag legten sie auf 2920 DM zu. Die Kranich-Papiere sind seit Auflegung des DAX 30 1988 durchgehend Mitglied im Index der wichtigsten deutschen Börsenwerte. Heute befinden sich die Anteilsscheine zu 100 Prozent in Streubesitz.

Selbst der Gegenwind der EU für die Übernahme der Air-Berlin-Tochter Niki und letztlich der Verzicht des Kranichs auf den Ferienflieger, konnten die starke Jahres-Performance nicht mehr trüben.

Als schlussendlich kurz vor Weihnachten die Freigabe der EU-Kommission für den LGW-Kauf kam, hatte die Kranich-Aktie schon längst die 30-Euro-Marke übersprungen.

Analysten für 2018 geteilter Meinung

Trotz der großen Zugewinne in diesem Jahr, bezweifeln viele nun befragte Analysten ein weiteres goldenes Jahr für die Lufthansa-Aktie. Die Experten sehen kein Potenzial für beispielsweise eine weitere überraschende Stärkung des Kranichs.

Godmode-Trader hingegen geht von einem weiteren Anstieg auf bis zu 35 Euro im kommenden Jahr aus. Allerdings besteht auch das Risiko, dass die Papiere auf knapp 21 Euro absacken, so Analyst Alexander Paulus: "Anleger sollten sich der Tatsache bewusst sein, dass die Rally schon sehr weit gelaufen ist und die Lufthansa-Aktie daher durchaus anfällig für Korrekturen ist."

Allerdings sind sich auch viele Branchenkenner einig, dass das kommende Jahr steinig für Lufthansa wird, wenn auch Easyjet innerdeutsch fliegt und die IAG-Tochter Vueling mit den Niki-Slots der Lufthansa-Billigtochter Eurowings auf Mallorca mehr zusetzt.

Mächte am deutschen Himmel

mit Air Berlin
in Prozent
Lufthansa 32
Eurowings
(inkl. 4U)
12
Air Berlin 9
Ryanair 7
Easyjet 3
Restliche
Airlines
37

ohne Air Berlin
Angaben in Prozent
Lufthansa 37
Eurowings 15
Ryanair 6
Easyjet 6
Restliche
Airlines
36

Die Grafiken zeigen die Verteilung der angebotenen Sitzplatzkapazitäten auf Flügen ab deutschen Airports einmal (links) zur Zeit der Air Berlin im vergangenen Sommerflugplan (Stand: 15. August) und einmal (rechts) zur Zeit nach Air Berlin im laufenden Winterflugplan (Stand: 29. August). "Restliche Airlines" sind alle mit weniger als drei Prozent Marktanteil. Angaben gerundet. | Quelle: ch-aviation

Von: cs
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