Lufthansa lehnt Gesamtschlichtung im Tarifstreit mit Piloten ab

19.12.2014 - 13:01 0 Kommentare

Im Tarifstreit zwischen der Lufthansa und ihren Piloten zeichnet sich immer noch keine Lösung ab. Das Projekt Eurowings sei kein "tarifvertraglich zu regelndes Thema", sagt die Airline und lehnt eine Gesamtschlichtung ab.

Ein Pilot der Lufthansa trägt im Flughafen von Frankfurt am Main seine Mütze unter dem Arm.  - © © dpa - Boris Roessler

Ein Pilot der Lufthansa trägt im Flughafen von Frankfurt am Main seine Mütze unter dem Arm. © dpa /Boris Roessler

Die Lufthansa lehnt eine von der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) geforderte Schlichtung aller derzeit strittigen Themenbereiche ab. Das neue Projekt Eurowings, das die Gewerkschaft in die Schlichtung einbeziehen will, sei "kein tarifvertraglich zu regelndes Thema", sagte am Freitag ein Unternehmenssprecher. Es handle sich um eine unternehmerische Entscheidung.

Die Lufthansa habe die Pilotengewerkschaft "frühzeitig" über ihre Eurowings-Pläne informiert und Gespräche geführt, sagte der Unternehmenssprecher. Es sei aber nicht zu einem Ergebnis gekommen. Die Lufthansa sei bereit zu weiteren Gesprächen; so könnte eine gemeinsame Studie zu den Cockpitkosten relevanter Wettbewerber in Auftrag gegeben werden.

Die Gewerkschaft reagierte enttäuscht. Ein VC-Sprecher sagte: "An den Weihnachtsfeiertagen vom 24. bis 26. Dezember sind Streiks ausgeschlossen. Alles andere lassen wir offen." Allerdings will die VC laut einem Schreiben an die Mitglieder erst bei einer Klausurtagung Anfang Januar über das weitere Vorgehen beraten.

Die Lufthansa rechnet daher nicht vor Anfang Januar mit einem neuen Ausstand der Piloten. «Es ist sicher nicht schlecht, wenn sich nach anstrengenden Gesprächen die Gemüter erst einmal beruhigen», sagte ein Verhandlungsvertreter des Konzerns am Freitag in einer Telefonkonferenz.

Die Lufthansa will künftig neben ihrer traditionellen Flotte mit einer neuen Billig-Airline punkten. Sie soll Ende kommenden Jahres unter dem Namen Eurowings starten. Piloten und andere Angestellte von Eurowings sollen weniger verdienen als bei der Muttergesellschaft. Cockpit wehrt sich dagegen. Neben günstigen Kurzstreckenflügen will die Airline auch unter eigenem Namen kostengünstige Langstrecken anbieten.

© Lufthansa Group, Lesen Sie auch: Eurowings: Das ist der neue Lufthansa-Langstreckenbilligflieger

Es geht um insgesamt sechs offene Verträge

Im Tarifkonflikt zwischen Lufthansa und Cockpit gibt es laut Sprecher insgesamt sechs offene Verträge. Besonders umstritten ist der über die Altersversorgung: Das Unternehmen will die Altersgrenze von 55 Jahren anheben, ab der ihre Piloten bislang in den bezahlten Frühruhestand gehen können. Außerdem sollen künftige Piloten nach Plänen der Lufthansa überhaupt keine betriebliche Frührente mehr erhalten. Gegen diese Regelung hat Cockpit bereits mehrfach gestreikt.

Eine Schlichtung sei die "ultima ratio" in einem Tarifstreit, sagte der Unternehmenssprecher. Über manche Themen sei noch gar nicht verhandelt worden. Die Lufthansa könne sich aber vorstellen, auch andere Tarifthemen in die Schlichtung einzubeziehen.

Alle Meldungen zum Lufthansa-Pilotenstreik.

Von: AFP, dpa
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