Lufthansa schließt Frieden mit Austrian-Airlines-Aktionären

11.05.2016 - 10:39 0 Kommentare

Sieben Jahre nach der Übernahme von Austrian Airlines durch die Lufthansa ist jetzt ein Kompromiss für die Abfindung der letzten Aktionäre gefunden worden. Die Einigung kostet die Kranich-Airline einen zweistelligen Millionenbetrag.

Leitwerke der Lufthansa und deren Tochter Austrian Airlines. - © © Lufthansa -

Leitwerke der Lufthansa und deren Tochter Austrian Airlines. © Lufthansa

Vor sieben Jahren hat Lufthansa den österreichischen Carrier Austrian Airlines übernommen, bis jetzt lief der Streit um die Abfindung der letzten Aktionäre. Nun haben aber Altaktionäre und Lufthansa einen Kompromiss gefunden: Auf die bereits beim Squeeze Out gezahlten 0,50 Euro legt die Lufthansa noch einmal 3,30 Euro darauf - in Summe zahlt sie für die 3,4 Millionen noch offenen Anteile 12,9 Millionen Euro.

Dazu kommt noch eine Millionen Euro an Prozess- und Anwaltskosten, wie der Kleinaktionärsvertreter Wilhelm Rasinger am Dienstag der österreichischen dpa-AFX-Partneragentur APA sagte, womit sich die Gesamtkosten auf fast 14 Millionen Euro erhöhen. Dennoch ist man bei der Lufthansa sehr zufrieden, einen Rechtsstreit weniger am Hals zu haben. "Wir begrüßen es, dass mit dieser Einigung nun auch die letzten Diskussionen um die Übernahmekonditionen der Austrian-Airlines-Aktien durch Lufthansa zur Zufriedenheit aller Beteiligter beigelegt werden konnten", ließ ein Lufthansa-Sprecher am Dienstagabend wissen.

"Presse": War Austrian Airlines nicht noch mehr wert?

Im Übernahmeverfahren hatte die Lufthansa den Aktionären 4,49 Euro gezahlt. Diesen Betrag erzielten nun jene Aktionäre, die 2009 ihre Aktien dem Unternehmen nicht angeboten haben, nicht mehr. Andererseits ist die Nachzahlung nahezu dreimal so hoch wie der obere Wert der Bandbreite von 0,64 bis 1,21 Euro, die der vom Gericht beauftragte Gutachter Walter Platzer (Grant Thornton Unitreu) ermittelt hatte, "womit sich die Frage aufdrängt, ob die AUA zum Zeitpunkt der Übernahme nicht doch mehr wert war", schriebt die "Presse".

46 Antragsteller, die gemeinsam knapp die Hälfte der Forderungen vertraten, haben nun den Kompromiss erkämpft. Darunter seien Kleinanleger mit ein paar Hundert Aktien, aber auch "Große" mit 100.000 Anteilsscheinen gewesen, so Rasinger im Gespräch mit der APA. Freuen dürfen sich aber alle AUA-Anleger, da die Nachzahlung nicht auf die Streitparteien beschränkt ist. Die Einigung sei "für die Aktionärskultur wichtig, sonst hätte man die Gerichte noch ein paar Jahre beschäftigen können", so Rasinger. Anfang Juni werde wohl das Geld fließen.

Von: gk, dpa-AFX
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