Lufthansa stellt Flugbetrieb wegen Pilotenstreik weitgehend ein

31.03.2014 - 16:32 0 Kommentare

Die Piloten der Lufthansa steuern weiter auf Streikkurs. Die Fluggesellschaft hat jetzt mit einem radikalen Schritt reagiert. Hunderttausende Fluggäste sind betroffen.

Ein Flugzeug der Lufthansa steht auf dem Flughafen von Frankfurt am Main. - © © dpa - Arne Dedert

Ein Flugzeug der Lufthansa steht auf dem Flughafen von Frankfurt am Main. © dpa /Arne Dedert

Wegen eines Streiks ihrer Piloten stellt die Lufthansa den Flugbetrieb ab Mittwoch für drei Tage nahezu ein. Als Reaktion auf die Arbeitskampfdrohung von rund 5400 Flugzeugführern habe das Unternehmen von Mittwoch bis Freitag insgesamt 3800 Verbindungen gestrichen, teilte Lufthansa am Montag in Frankfurt mit. Lediglich rund 500 Flüge könnten in dem Zeitraum mit Jets der Konzerngesellschaften Eurowings, Lufthansa CityLine und Air Dolomiti angeboten werden, bei denen die Piloten nicht streiken. Betroffen seien rund 425.000 Fluggäste, denen umfangreiche Umbuchungsmöglichkeiten angeboten werden sollten. Auch die meisten Frachtflüge der Lufthansa Cargo seien bereits abgesagt.

Lufthansa bietet ihren Gästen umfangreiche Möglichkeiten zur Umbuchung an. Die Passagiere werden zudem gebeten, sich auf der Internet-Seite zu informieren. Auf den Flughäfen in Frankfurt am Main und München werden sich zusätzliche Mitarbeiter um die Passagiere kümmern, kündigte die Lufthansa an. Wartende Passagiere würden "so gut wie nur irgendwie möglich" versorgt. Sie haben Anspruch auf Snacks und Getränke.

Die Absagen betreffen Lufthansa-Flüge bis inklusive Samstag. Bereits für Dienstag sind erste Flüge nach Nordamerika gestrichen. In der vergangenen Woche hatte Lufthansa beim weit kürzeren Warnstreik des Flughafenpersonals rund 600 Verbindungen gestrichen.

© dpa Lesen Sie auch: Streikwillige Piloten legen sich mit Lufthansa-Eignern an

Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens bezeichnete es als schwer nachvollziehbar, dass die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit beim gegenwärtigen Verhandlungsstand zu einem dreitägigen Vollstreik aufrufe. Der Gesellschaft werde ein Ergebnisschaden in zweistelliger Millionenhöhe entstehen. Bereits durch die Ankündigung des Ausstands am Freitag sei großer Schaden entstanden, weil Passagiere bereits umbuchten und Kunden auf andere Frachtairlines umdisponiert wurden.

Volkens hatte noch am Wochenende für einen Kompromiss geworben, die Einschnitte für die Piloten aber gleichzeitig verteidigt. Diese seien nötig, "weil uns die Kosten für diese Regelung sonst aus dem Ruder laufen", sagte sie dem "Spiegel". Es sei jüngeren Lufthansa-Copiloten, die erst 2050 aus dem Unternehmen ausscheiden würden, zuzumuten, einen Eigenbeitrag für ihre Altersvorsorge zu zahlen.

Der Flughafenverband ADV appellierte an die Gewerkschaft und die Lufthansa, am Verhandlungstisch nach einer Lösung zu suchen. Der angekündigte Streik "sprengt alle Dimensionen - vom Zeitpunkt zu Beginn der Osterferien in einigen Bundesländern bis zum Umfang von mehreren Tagen", kritisierte ADV-Präsident Ralph Beisel. Es sei "völlig inakzeptabel", wenn Gewerkschaften die Flughäfen als öffentlichkeitswirksame Schaubühne ausnutzten. Die Vereinigung Cockpit schade dem Luftverkehrsstandort Deutschland.

Alles zum aktuellen Pilotenstreik finden Sie auf unseren Sonderseiten unter www.airliners.de/thema/pilotenstreik.

Eine Übersicht über die gestrichenen Flüge gibt es im Internet unter www.lh.com oder www.germanwings.com.

Von: dpa, AFP, airliners.de
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