Flugbegleiter erhöhen Druck auf Lufthansa

12.06.2015 - 14:40 0 Kommentare

Der Tarifkonflikt zwischen den Flugbegleitern und der Lufthansa spitzt sich zu. Ein neues Angebot der Kranich-Airline wurde von der Flugbegleiter-Vertretung Ufo als Rückschritt kritisiert - in wenigen Tagen könnten Streiks die Folge sein.

Flugbegleiter stehen am Flughafen Frankfurt als Streikposten vor der Einfahrt zur Lufthansa-Basis (Archivfoto).  - © © dpa - Frank Rumpenhorst

Flugbegleiter stehen am Flughafen Frankfurt als Streikposten vor der Einfahrt zur Lufthansa-Basis (Archivfoto). © dpa /Frank Rumpenhorst

Bei der Lufthansa droht ein neuer Streik: Die Schlichtung zwischen der Flugbegleiter-Gewerkschaft (UFO) und der Lufthansa werde "unter den derzeitigen Voraussetzungen" aller Wahrscheinlichkeit nach "ohne Lösung beendet werden", erklärte UFO-Vorstand Nicoley Baublies am Freitag in Mörfelden-Walldorf. Sollte sich bis zum 24. Juni keine "drastische Gesamtveränderung einstellen", würden Arbeitskämpfe notwendig.

In den kürzlich beendeten Schlichtungsgesprächen zur Alters- und Übergangsversorgung des Lufthansa-Kabinenpersonals sei es bislang zu keiner Annäherung zwischen der Airline und der Gewerkschaft gekommen, erklärte UFO. Die Schlichter - die frühere Justizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) und der ehemalige Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Friedrich Merz (CDU) - hatten den Tarifpartnern bis zum heutigen Freitag weiter Zeit gegeben, verbesserte Angebote vorzulegen.

Vorwürfe an die Fluggesellschaft

Die Gewerkschaft warf der Lufthansa vor, innerhalb dieser Frist eine Zusatzforderung aufgestellt zu haben, die vorsehe, die Versorgung für das Kabinenpersonal zu kürzen und die Einkommen und Arbeitsbedingungen "drastisch" abzusenken. Die Fluggesellschaft teilte am Freitag dagegen mit, der UFO ein "deutlich verbessertes Angebot" vorgelegt zu haben.

Es sieht laut Lufthansa vor, dass älteren Mitarbeitern ein "weitgehender Vertrauensschutz" gewährt werde. Mitarbeiter aus rentennahen Jahrgängen könnten wie bisher vorzeitig ausscheiden. Arbeiten sie aber weiter, könnten sie ihre Altersvorsorge durch Teile der Übergangsversorgung aufbessern. Der Konzern bot nach eigenen Angaben zudem an, drei Jahre lang auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten und die heutigen Beschäftigungsbedingungen festzuschreiben.

Die Airline wolle "die Gespräche fortsetzen und im Rahmen der Schlichtung zu einer gemeinsamen Lösung kommen". Baublies bezeichnete das Angebot in einer Mitteilung als Rückschritt in den Gesprächen zur "Agenda Kabine" und der Versorgungsschlichtung.

Lufthansa kann Ufo-Haltung nicht nachvollziehen

Mit Unverständnis reagierte die Lufthansa: "Trotz unserer schwierigen Wettbewerbsbedingungen werden wir über 1000 Kabinenmitarbeitern, die bisher befristet beschäftigt waren, eine unbefristete Anstellung bei Lufthansa anbieten", sagte Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens. Das sei ein deutliches Signal dafür, dass das Unternehmen die Zukunft für das Kabinenpersonal gemeinsam mit dem Tarifpartner gestalten wolle.

Am 20. Juni legen die Schlichter laut UFO eine Schlichtungsempfehlung vor. Die Gewerkschaft werde sich bis zum 24. Juni Zeit nehmen, um den Vorschlag zu bewerten, und danach gegebenenfalls zu Arbeitskampfmaßnahmen aufrufen. Bis zum 20. Juni stehe die Gewerkschaft aber für "ernsthafte Gespräche jederzeit zur Verfügung".

Die Lufthansa befindet sich derzeit mit mehreren Gewerkschaften für unterschiedliche Beschäftigungsgruppen in Tarifverhandlungen. Ein Knackpunkt ist in allen Verhandlungen die betriebliche Altersvorsorge.

Von: AFP, airliners.de, dpa
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