Lufthansa und Flugbegleiter sondieren neue Verhandlung

26.06.2015 - 09:15 0 Kommentare

Die Lufthansa will den drohenden Streik der Flugbegleiter abwenden. Die Airline hat der Gewerkschaft Ufo jetzt Termine für die Verhandlung vorgeschlagen. Doch die kritisiert die Fluggesellschaft.

Lufthansa-Emblem an der Dienstkleidung einer Flugbegleiterin - © © dpa - Wolfgang Krumm

Lufthansa-Emblem an der Dienstkleidung einer Flugbegleiterin © dpa /Wolfgang Krumm

Trotz intensiver Sondierungen gibt es bei der Lufthansa noch keinen neuen Verhandlungstermin, bei dem der für kommende Woche angekündigte Streik der Flugbegleiter noch abgewendet werden könnte. Sowohl das Unternehmen als auch die Kabinengewerkschaft Ufo bestätigten am Freitag zwar entsprechende Kontakte. Von einem konkreten Termin sei man aber noch weit entfernt.

Aufseiten der Gewerkschaft gab es Kritik an den am Freitag ausgegebenen Dienstplänen für den kommenden Monat. Lufthansa habe die Flugbegleiter zu einer Vielzahl zusätzlicher Bereitschaftsdienste eingeteilt, um die ab dem 1. Juli angekündigten Arbeitsniederlegungen zu unterlaufen. Ein Unternehmenssprecher verteidigte die Maßnahme, weil man sich auf einen möglichen Streik vorbereiten müsse.

Nach der gescheiterten Schlichtung hatte Ufo am Montag mit immer wieder aufflammenden Streiks vom 1. Juli bis weit in den September gedroht. Die Gewerkschaft verlangt wegen einer angeblichen "Vertrauenskrise" im Unternehmen ein Gespräch mit dem Vorstand mit Carsten Spohr an der Spitze. Außerdem soll Lufthansa verbindlich erklären, dass die zum Jahresende 2013 gekündigten Tarifverträge zu den Renten bis zu einer Neuregelung nachwirken und damit vorerst gültig bleiben.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Der Lufthansa droht ein Streik-Sommer

In dem Konflikt geht es um die Betriebs- und Übergangsrenten von rund 19.000 Flugbegleitern der Kernmarke Lufthansa. Ufo hat grundsätzlich einem Systemwechsel bei den Renten zugestimmt, nach dem Lufthansa nur noch feste Zuschüsse zahlen müsste und nicht mehr wie bislang eine bestimmte Rentenhöhe garantieren würde. Uneinig ist man sich aber bei der Höhe des Arbeitgeberbeitrags.

Von: dpa
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