Lufthansa-Flugbegleiter wollen eine Woche lang streiken

02.11.2015 - 09:52 0 Kommentare

Im Tarifkonflikt mit der Lufthansa hat die Gewerkschaft Ufo jetzt zu Streiks aufgerufen. Die Flugbegleiter werden für mehrere Tage die Arbeit niederlegen - und stellen dem Konzern ein letztes Ultimatum.

Ein streikender Flugbegleiter hat am Flughafen Frankfurt am Eingang zur Lufthansa-Basis ein Schild mit der Aufschrift

Ein streikender Flugbegleiter hat am Flughafen Frankfurt am Eingang zur Lufthansa-Basis ein Schild mit der Aufschrift "Außer Betrieb" umgehängt. © dpa /Frank Rumpenhorst

Im Tarifkonflikt mit der Lufthansa hat die Flugbegleitergewerkschaft Ufo zu einem einwöchigen Streik aufgerufen. Der Arbeitskampf soll von Freitag bis Freitag (6. bis 13. November) dauern. "Wir werden kurzfristig bekanntgeben, welche Flüge nicht bestreikt werden", sagte der Chef der Kabinengewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, in Mörfelden-Walldorf bei Frankfurt. Damit würde die Gewerkschaft des Kabinenpersonals erstmals in dem seit fast zwei Jahren andauernden Tarifstreit die Arbeit niederlegen. Betroffen wären dann den Angaben nach Verbindungen der Lufthansa Passage.

Mit dem Streik will Ufo erreichen, dass die Übergangsversorgung ohne Einbußen für die Mitarbeiter weitergeführt wird. Zwar habe die Gewerkschaft der Lufthansa nochmals eine letzte Einzelforderung vorgelegt. "Darin setzen wir die Frist für eine Einigung auf Donnerstag, 17 Uhr", sagte Baublies. Sollte das Unternehmen dem zustimmen, könnten die Streiks doch noch abgesagt werden, sagte Baublies. Doch damit sei nicht wirklich zu rechnen.

Schlichtung als letztes Mittel

Ein Lufthansa-Sprecher sagte: "Wir sind zur Fortführung der Verhandlungen oder zu Sondierungsgesprächen bereit." Das Unternehmen will den Ausstand möglichst noch verhindern und alle rechtlichen Mittel ausschöpfen. Dazu gehöre auch, möglicherweise die Schlichtung anzurufen.

Lufthansa hat Unternehmensangaben zufolge mit Ufo fast alle offenen Tarifverträge betreffend eine Vereinbarung, wonach bei einem Scheitern von Tarifverhandlungen eine Schlichtung angerufen werden kann. Eine Ausnahme ist das Thema Versorgung: Hier war ein Schlichtungsversuch bereits im Juni gescheitert.

Ufo lehnte Vorschläge als "inakzeptabel" ab

Neben dem Angebot zur Schlichtung könnte sich das Unternehmen auch einen Mediationsprozess vorstellen. Denn während eine Schlichtung rechtlich festgelegte Schritte vorsieht, wäre eine Mediation freier vereinbar.

In dem Tarifstreit geht es um verschiedene Themen, wichtige Punkte sind die Absicherung und Vergütung der 19.000 Flugbegleiter sowie deren Alters- und Übergangsversorgung. Ufo hatte die jüngsten Vorschläge der Lufthansa am Wochenende "völlig inakzeptabel" genannt.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Lufthansa bietet Flugbegleitern Kündigungsschutz bis Ende 2017 an

Lufthansa verhandelt derzeit mit mehreren Gewerkschaften. Knackpunkte in den Verhandlungen sind Regelungen zur Alters- und Übergangsversorgung der Mitarbeiter. Im Hintergrund schwelt ein Konflikt um die Neuausrichtung der Airline.

Um konkurrenzfähig zu bleiben, will Lufthansa-Chef Carsten Spohr mit der neuen Eurowings eine Billigtochter etablieren, in der Mitarbeiter zu deutlich schlechteren Konditionen beschäftigt werden sollen als derzeit in der Muttergesellschaft.

Von: ch, AFP, dpa-AFX
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