Zum Streikabschluss drohen Flugbegleiter mit neuem Arbeitskampf

13.11.2015 - 14:30 0 Kommentare

Der längste Streik in der Geschichte der Lufthansa geht zu Ende - und es zeichnet sich keine Lösung im Tarifkonflikt mit den Flugbegleitern ab. Im Gegenteil: Die Gewerkschaft Ufo droht mit neuen Ausständen.

Lufthansa-Mitarbeiter protestieren vor der Konzernzentrale der Airline in Frankfurt.

Lufthansa-Mitarbeiter protestieren vor der Konzernzentrale der Airline in Frankfurt.
© dpa - Frank Rumpenhorst

Lufthansa-Mitarbeiter protestieren vor der Konzernzentrale der Airline in Frankfurt.

Lufthansa-Mitarbeiter protestieren vor der Konzernzentrale der Airline in Frankfurt.
© dpa - Frank Rumpenhorst

Eine Lufthansa-Mitarbeiterin hat sich als alte Frau verkleidet.

Eine Lufthansa-Mitarbeiterin hat sich als alte Frau verkleidet.
© dpa - Frank Rumpenhorst

Lufthansa-Mitarbeiter protestieren vor der Konzernzentrale der Airline in Frankfurt.

Lufthansa-Mitarbeiter protestieren vor der Konzernzentrale der Airline in Frankfurt.
© dpa - Frank Rumpenhorst

Lufthansa-Mitarbeiter protestieren vor der Konzernzentrale der Airline in Frankfurt.

Lufthansa-Mitarbeiter protestieren vor der Konzernzentrale der Airline in Frankfurt.
© dpa - Frank Rumpenhorst

Flugbegleiter streiken am Flughafen in Düsseldorf.

Flugbegleiter streiken am Flughafen in Düsseldorf.
© dpa - Maja Hitij

Streikende Flugbegleiter der Lufthansa.

Streikende Flugbegleiter der Lufthansa.
© dpa - Maja Hitij

Ein Plakat der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo.

Ein Plakat der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo.
© dpa - Fredrik Von Erichsen

Eine Anzeigetafel listet annullierte Flüge auf.

Eine Anzeigetafel listet annullierte Flüge auf.
© dpa - Fredrik Von Erichsen

Der Flugbelgeiter-Streik bei der Lufthansa verursacht Warteschlangen am Frankfurter Airport.

Der Flugbelgeiter-Streik bei der Lufthansa verursacht Warteschlangen am Frankfurter Airport.
© dpa - Boris Roessler

Hunderte Feldbetten stehen auf dem Flughafen in Frankfurt am Main ür gestrandete Passagiere bereit.

Hunderte Feldbetten stehen auf dem Flughafen in Frankfurt am Main ür gestrandete Passagiere bereit.
© dpa - Boris Roessler

Passagiere warten am Flughafen Frankfurt.

Passagiere warten am Flughafen Frankfurt.
© dpa - Boris Roessler

Zum Abschluss ihres Rekordstreiks haben die Flugbegleiter der Lufthansa mit neuen Arbeitsniederlegungen gedroht. Der Vorstand müsse ein deutliches Zeichen für eine neue Führungskultur setzen, verlangte der Chef der Kabinengewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, am Freitag bei der Kundgebung zum Streikabschluss vor der Frankfurter Konzernzentrale. "Wenn sich nichts ändert, sind jederzeit Streiks wieder möglich", sagte er. Ein konkretes Datum nannte Baublies nicht.

Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens forderte die Belegschaft auf, gemeinsam zu Lösungen zu kommen. "Wir wollen eine starke Lufthansa." Finanzvorstand Simone Menne führte aus, dass die zuletzt gestiegenen Gewinne des Dax-Konzerns allein auf die günstige Entwicklung des Ölpreises zurückzuführen sei, nicht auf Einsparungen beim Personal.

Zu der Kundgebung hatten Ufo und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) aufgerufen, während von Verdi nur einzelne Mitglieder ohne Vorstandsaufruf ihre Solidarität mit den Streikenden kundtaten. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer auf insgesamt etwa 1000.

Vorstand schlägt Mediator vor

Laut Lufthansa-Vorstand Karl Ulrich Garnadt ist eine Lösung in dem Konflikt ohne Vermittlung durch Dritte nicht machbar. "Ohne Mediator werden wir es nicht schaffen", sagte Garnadt auf der Jahrestagung des Luftfahrt-Presse-Clubs in Köln.

Wir können den Mitarbeitern die Besitzstände nicht einfach wegnehmen.

Lufthansa-Vorstand Karl Ulrich Garnadt

Es ginge für die Lufthansa aber jetzt darum, Bedingungen zu schaffen, die das Unternehmen sich noch in zwanzig oder dreißig Jahren leisten könne. Das sei aber nicht möglich mit den Konditionen, die noch von 1960 stammten.

Lufthansa will schnell zum Normalbetrieb zurückkehren

Lufthansa musste wegen des am Freitag vergangener Woche gestarteten Ausstands rund 4700 Flüge streichen, auf die mehr als 550.000 Passagiere gebucht waren. Bestreikt wurden Kurz-, Mittel- und Langstrecken an den Airports in Frankfurt, München und Düsseldorf.

Der Arbeitskampf soll in der Nacht zum Samstag auslaufen. Dann will die Airline möglichst schnell wieder zum Normalbetrieb zurückkehren und insbesondere sämtliche Langstreckenverbindungen in die Luft bringen. Wie sehr die Streiks dem Konzern finanziell geschadet haben, ist noch unklar. Personalchefin Volkens sprach in der "Bild" jedoch schon vor Streikende von einem "deutlich zweistelligen Millionenbetrag".

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Die Geschichte mit der Lufthansa-Altersversorgung

Die Lufthansa hatte versucht, den Ausstand gerichtlich verbieten zu lassen. Das Arbeitsgericht in Darmstadt hatte den Ausstand der Gewerkschaft in Frankfurt am Main und München jedoch für rechtens erklärt. Das zuständige Arbeitsgericht in Düsseldorf urteilte für die dortigen Streiks gleich. Lufthansa ging daraufhin beim Landesarbeitsgericht Düsseldorf in Berufung, zog den Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung dann aber wieder zurück.

Ufo interpretiert Aussage als Drohung

Der Konzern hatte sein Angebot an die rund 19.000 Flugbegleiter der Kerngesellschaft während des Streiks nachgebessert und eine höhere Einmalzahlung für dieses Jahr sowie einen früheren Einstieg in den Vorruhestand offeriert. Allerdings müssten bei steigenden Kosten auch ertragsschwache Strecken auf umkämpften Märkten überprüft werden.

Das wird von Ufo als Androhung eines Jobabbaus interpretiert. Die Gewerkschaft verlangt die Übergangsrenten auch für Neu-Eingestellte und hält zudem die den Berechnungen zugrunde gelegte Verzinsung des angesparten Kapitals für zu niedrig.

© dpa, Frank Rumpenhorst Hintergrund Das bleibt vom Streik der Lufthansa-Flugbegleiter

Die Gewerkschaft Verdi forderte erneut einen runden Tisch zu den offenen Rentenfragen, um die sich auch der Flugbegleiter-Streik dreht. Teilnehmen sollten das Unternehmen und die drei Gewerkschaften Ufo, Vereinigung Cockpit und Verdi, hieß es. Von den Flugbegleitern kam bereits Zustimmung.

Laut Verdi sollen damit die Dinge gelöst werden, die alle Beschäftigten angehen. Das sei bei den Betriebsrenten der Fall. Verdi verhandelt für die Bodenbeschäftigten im Tarifkonflikt mit der Lufthansa.

Im Kern geht es um die neue Eurowings

Die Tarifverhandlungen für die Flugbegleiter der Lufthansa ziehen sich bereits seit zwei Jahren hin. Strittig sind offiziell vor allem die komplexen Regelungen zu Betriebs- und Übergangsrenten. Alle anderen Themen befinden sich in der Schlichtung und dürfen nicht bestreikt werden.

Während die Flugbegleiter in der aktuellen Tarifrunde erstmals streikten, haben die Piloten schon 13 Mal die Arbeit niedergelegt. Der letzte Ausstand wurde allerdings juristisch gestoppt. Ein Gericht kam zu der Auffassung, dass es der Gewerkschaft auch darum geht, beim Low-Cost-Konzept Eurowings mehr Mitsprache zu bekommen. Rechtlich können Streiks allerdings lediglich um tarifrechtliche Belange geführt werden.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: Lufthansa-Piloten ziehen vor Bundesverfassungsgericht

Ufo scheint nun gewarnt und spricht nicht offiziell von Eurowings als Streikgrund, auch wenn die Flugbegleiter die Lufthansa ebenfalls bereits vor der "großen Verlockung" warnte, "durch Tarifflucht ins Ausland dem Einfluss der deutschen Gewerkschaften zu entkommen".

In einem Punkt allerdings unterscheiden sich die Arbeitskämpfe von Flugbegleitern und Piloten: Bei den Ufo-Streiks werden immer nur die Flüge der Lufthansa Passage betroffen sein. Der Grund: Bei den Flugbegleitern gilt der Tarifvertrag lediglich für die Lufthansa selbst. Die Piloten verhandeln dagegen zu einem Konzerntarifvertrag, der neben den Piloten der Mainline auch für die Piloten von Töchtern wie etwa Germanwings gilt.

Von: ch, dh, AFP, dpa, dpa-AFX
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Lufthansa Jobs Mehr Stellenangebote »
Anzeige schalten »