Lufthansa fliegt Normalbetrieb nach abgesagtem Pilotenstreik

16.09.2014 - 12:17 0 Kommentare

Nach der kurzfristigen Absage des Pilotenstreiks fliegt die Lufthansa wie gewohnt. Die Vereinigung Cockpit will noch in dieser Woche verhandeln.

Flugzeuge der Lufthansa am Flughafen Frankfurt. - © © dpa - Arne Dedert

Flugzeuge der Lufthansa am Flughafen Frankfurt. © dpa /Arne Dedert

Die Lufthansa ist nach dem kurzfristig abgesagten Pilotenstreik ohne Probleme in den Dienstag gestartet. «Wir fliegen den normalen Flugplan», erklärte ein Sprecher des Unternehmens in Frankfurt. Einzige Ausnahme seien sieben Interkontinentalflüge, die noch unter dem Eindruck der Streikdrohung auf den Morgen vorverlegt worden waren. Eine erneute Verlegung wäre für die bereits informierten Passagiere zu kompliziert geworden, begründete Lufthansa die Abweichung vom Normalbetrieb.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte am Montagabend überraschend den für Dienstag geplanten achtstündigen Streik am Frankfurter Flughafen abgesagt. Cockpit begründete die Streikabsage damit, neue Gespräche mit der Airline anzupeilen. Allerdings hatte Lufthansa vorher angekündigt, sämtliche vom Streik bedrohten Überseeflüge durchführen zu können. Die VC-Aktion wäre damit ins Leere gelaufen. In dem Tarifkonflikt geht es um Regelungen zum Vorruhestand der Piloten.

«Es gibt jetzt Gesprächsbedarf»

VC-Sprecher Jörg Handwerg sprach von einem «modifizierten Angebot» der Lufthansa zum Vorruhestand der Piloten. Dieses sei «diskussionswürdig». Die Tarifkommission der Pilotengewerkschaft habe für Donnerstag und Freitag neue Gesprächstermine angeboten. «Es gibt jetzt Gesprächsbedarf», sagte der VC-Sprecher. Streiks kämen erst wieder in Frage, wenn die Verhandlungen nicht zu einem Ergebnis führten.

Lufthansa hatte am Montag nach eigener Darstellung ein «konkretisiertes» Angebot insbesondere zu den Übergangsregeln in den Vorruhestand öffentlich vorgestellt. «Es ist kein neues Angebot», erklärte ein Lufthansa-Sprecher am Dienstag erneut. Von ihren grundsätzlichen Forderungen nach einem späteren individuellen Eintritt (60 statt 55 Jahre) sowie einer Anhebung des durchschnittlichen Eintrittsalters (von 58 auf 61 Jahre) wich die Lufthansa laut ihrer Mitteilung aber nicht ab.

Handwerg sprach hingegen von Verbesserungen. Es sei nun klar, dass auch jüngere, bereits eingestellte Kollegen im Einzelfall vor 60 in den Vorruhestand gehen könnten. Für Berufseinsteiger sei Lufthansa nun zu Verhandlungen bereit.

Für neue gesetzliche Regelungen

Die Fluggesellschaft verlangte eine gesetzliche Bündelung von Tarifverhandlungen in volkswirtschaftlich sensiblen Verkehrsbereichen. «Wir respektieren natürlich das Streikrecht», sagte Passage-Vorstand Karl Ulrich Garnadt der «Rheinischen Post». «Es gibt aber in der Verkehrswirtschaft Bereiche, die so sensibel sind, dass Streiks dort der gesamten Volkswirtschaft massiv schaden.»

© dpa, Bodo Marks Lesen Sie auch: Mehr als ein Tarifkonflikt

Seit April hat die VC in vier Streikwellen bei Lufthansa und ihrer Tochter Germanwings bewirkt, dass rund 4300 Flüge ausfielen, die Reisepläne von über 480.000 Menschen durcheinandergebracht und dem Unternehmen Millionenverluste zugefügt wurden. Die fünfte Welle, der 40 Interkontinentalflüge zum Opfer fallen sollten, wurde abgesagt.

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Von: dpa
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