Alle neuen Eurowings-Maschinen sollen mit österreichischer Lizenz fliegen

01.06.2015 - 10:18 0 Kommentare

Das Eurowings-Wachstum findet in Österreich statt: Alle neuen Flugzeuge sollen mit österreichischer Flagge am Heck unterwegs sein. Die Kostenstruktur der Austrian Airlines macht es möglich.

Im Europaverkehr setzt Eurowings ganz auf Flugzeuge der A320-Familie. - © © Lufthansa Group -

Im Europaverkehr setzt Eurowings ganz auf Flugzeuge der A320-Familie. © Lufthansa Group

Die Lufthansa will alle neu hinzukommenden Maschinen der Billigtochter Eurowings, die innereuropäisch fliegen, unter österreichischer Lizenz auf die Strecke schicken. "Die flugbetriebliche Zulassung der neuen Eurowings wird in Wien sein, die österreichischen Behörden werden damit für die Genehmigungsverfahren zuständig sein und die Flugzeuge die Österreich-Kennung durch Europa tragen", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr der österreichischen "Presse am Sonntag". Die Flugzeuge sollen mit einer Besatzung der Konzerntochter Austrian Airlines fliegen.

In Stein gemeißelt ist die österreichische Lizenz bei der Eurowings jedoch noch nicht: Es könne sein, dass neue Eurowings-Flugzeuge auch unter deutscher Lizenz fliegen, sagte ein Lufthansa-Sprecher auf Nachfrage von airliners.de. "Das entscheidet der Markt." Die Eurowings ist bisher im Kern noch eine kleine Regionalairline, die im Auftrag der Lufthansa-Tochter Germanwings innerdeutsche und europäische Flüge durchführt. Ihre Rolle wird sich mit der neuen Eurowings-Strategie ändern.

Eurowings soll drittgrößte Billigairline Europas werden

Wirtschaftlich attraktiv macht die österreichische Lizenz der neue Tarifvertrag der Austrian: Die Lufthansa-Tochter hatte jahrelang Verluste eingeflogen. Nach einem langen, heftigen Tarifstreit hatte sich Austrian Airlines mit den Piloten auf Abstriche bei der Vergütung geeinigt.

Während in Deutschland der Tarifstreit mit den Lufthansapiloten weiter schwelt, wird das angepeilte Eurowings-Wachstum nun in Österreich stattfinden - mit unabsehbaren Folgen für die deutsche Germanwings. Die neue Eurowings, in der auch Germanwings aufgeht, soll Spohr zufolge "schnell mehr als 100 Flugzeuge haben und zur drittgrößten Billigairline Europas aufsteigen". Neue Jobs bei Eurowings entstünden dort, wo die Flugzeuge stationiert werden.

© dpa, F. Rumpenhorst, Lesen Sie auch: Pilotenvertreter kritisieren aktuelle Eurowings-Pläne

Für den Anfang plant die Lufthansa, zwei neue Eurowings-A320 in Wien zu stationieren. Die Anzahl werde sich aber noch erhöhen, so Spohr. Es werde allerdings neben Wien noch verschiedene andere Eurowings-Betriebsstätten in Europa geben. Alle Flugzeuge würden aber in Österreich registriert. Dieses Prinzip ist in der Luftfahrt-Branche üblich: Ryanair-Maschinen zum Beispiel sind mit irischer Kennung in Europa unterwegs, auch wenn sie gar nicht in Irland stationiert sind.

Niedrigste Kosten im Lufthansa-Konzern

Von dem bisherigen Lufthansa-Manager Kay Kratky, der im August das Steuer bei Austrian Airlines übernimmt, erwartet Spohr, die "neue Austrian" weiterzuentwickeln. "Dazu zählt etwa die österreichische Gastfreundschaft an Bord." Dass die Austrian nach der Sanierung die niedrigsten Kosten im Konzern habe, sei ein wichtiger Schritt in eine profitable Zukunft. "Gewinn entstehen aber nicht nur durch niedrige Kosten, sondern auch durch entsprechend hohe Erlöse. Und diese müssen jetzt noch erreicht werden", sagte Spohr.

© Flughafen Wien, Lesen Sie auch: Lufthansa macht Wien zur Eurowings-Basis

Austrian Airlines solle dabei keine Billigairline werden. "Sie bleibt ganz eindeutig Teil unserer Premiumstrategie." Auch der Fokus der Lufthansa bleibe auf dem Premiumsegment. "Da erzielen wir 70 Prozent unserer Umsätze."

Der scheidende Austiran-Chef Jaan Albrecht zog im Sender Ö1 eine positive Bilanz seiner Zeit bei der österreichischen Lufthansa-Tochter. Von einer abgeschlossenen Sanierung wollte er jedoch nicht sprechen. "Wir sind wahrscheinlich über den größten Berg, aber Österreich als Alpenland hat viele Berge vor sich." Das Unternehmen schreibe schwarze Zahlen, das sei eine gute Ausgangsposition.

Von: airliners.de, dpa
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