Lufthansa lässt EU-Auflagen gerichtlich prüfen

Exklusiv 09.02.2018 - 08:00 0 Kommentare

Die EU-Kommission schreibt Lufthansa vor, bei einem neuen Käufer von Niki die bereits gekauften Flugzeuge abgeben zu müssen - dagegen wehrt sich der Kranich-Konzern nun nach airliners.de-Informationen.

Europaflaggen vor dem Berlaymont-Gebäude in Brüssel - © © airliners.de - S. Drews -

Europaflaggen vor dem Berlaymont-Gebäude in Brüssel © airliners.de - S. Drews

Die Lufthansa Group geht gerichtlich gegen die Ende Oktober von der EU-Kommission gemachten Auflagen zur Übernahme von Teilen der Air Berlin vor. Einen entsprechenden Antrag bestätigte ein Konzernsprecher airliners.de.

Wir lassen die Entscheidung der Europäischen Kommission gerichtlich überprüfen, um Klarheit hinsichtlich ihrer Auslegung zu erhalten.

Sprecher der Lufthansa

Weiter teilt der Konzern mit: "Insbesondere bei der Gestaltung der kommerziellen Bedingungen, zu denen die Weitergabe an einen möglichen Käufer der Niki erfolgen soll, gab es aus unserer Sicht Klärungsbedarf."

Kommission wollte Wettbewerb sichern

Die EU-Kommission hatte Ende Oktober zur Bedingung für die Prüfung des anvisierten Kaufs von Air-Berlin-Teilen (damals: LGW und Niki) gemacht, dass Lufthansa die Flugzeuge der Niki (oder der LGW) im Falle eines Scheitern des Deals an einen potenziell nachrückenden Käufer zu marktüblichen Konditionen vermieten muss.

So solle laut der Wettbewerbshüter gewährleistet werden, dass auch andere Marktteilnehmer am Wettbewerb teilnehmen können - denn neue Flugzeuge sind nicht im Überfluss verfügbar. Werden sie neu gekauft, braucht deren Produktion Jahre Vorlaufzeit; werden sie geleast, muss ein ausreichendes Angebot bestehen.

Lufthansa hätte Niki weiterverkaufen müssen

Lufthansa wollte für ihre Billigtochter Eurowings ursprünglich die Air-Berlin-Airlines LGW und Niki kaufen. Die Flugzeuge hatte sich der Konzern schon vorab gesichert. Doch die EU-Kommission ließ Mitte Dezember durchblicken, dass sie den Kauf nicht nach Phase eins des Fusionskontrollverfahrens genehmigen werde.

Daraufhin trennte Lufthansa Niki aus dem Übernahmepaket heraus. Die österreichische Airline ging pleite und letztlich zurück in die Hände ihres Gründers.

Hätte der Konzern allerdings weiter auf der Übernahme auch von Niki bestanden, hätte die EU-Kommission nach airliners.de-Informationen den Deal letztlich nur unter der Auflage genehmigt, dass der Ferienflieger vom Lufthansa-Konzern umgehend weiterverkauft wird.

Lufthansa dementierte Lauda-Aussage

Lauda hatte zusammen mit seinem Kauf verkündet, dass Niki mit 15 Flugzeugen aus dem Lufthansa-Bestand bereits zum Sommer wieder abheben solle. Darauf habe man sich laut des Ex-Rennfahrers geeinigt. Der Lufthansa-Konzern hingegen dementierte damals umgehend eine Einigung. Ob Lauda immer noch an seiner Darstellung festhält, wollte er auf Anfrage nicht sagen.

Niki, so sein Plan, soll als Teil seiner Laudamotion vor allem im Auftrag von Reisekonzernen wie Tui und Thomas Cook fliegen. Laut einer Umfrage unter Veranstaltern wird es der Airline-Gründer aber wohl schwer haben, jetzt noch seine Kapazitäten unterzubringen:

© dpa, Lesen Sie auch: Lauda kann nicht auf das Niki-Erbe bauen

Von: cs
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