Lufthansa vergrößert im ersten Quartal den Verlust

27.04.2017 - 11:00 0 Kommentare

Das operative Geschäft der Lufthansa Group lief im ersten Quartal 2017 gut - vor allem dank des Wartungs- und Frachtgeschäfts. Trotzdem steht am Ende ein deutlich größerer Verlust.

Die Lufthansa Group hat ihre Bilanz für das erste Quartal 2017 veröffentlicht. Foto: © dpa, Arne Dedert

Die Lufthansa Group hat im saisonbedingt reiseschwachen ersten Quartal einen Verlust von 68 Millionen Euro eingefahren. Das geht aus den jetzt vorgelegten Zahlen des Konzerns hervor. 2015 hatte das Minus acht Millionen Euro betragen. Das Passagiergeschäft, steigende Treibstoffkosten und höhere Technikkosten belasteten das Ergebnis.

Dabei lief das operative Geschäft der Lufthansa Group im ersten Quartal 2017 gut: So betrug das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) 16 Millionen Euro (2015: minus 49 Millionen Euro). Der um Sonderfaktoren bereinigte operative Gewinn (Adjusted Ebit) kletterte von minus 53 auf plus 25 Millionen Euro. Der Umsatz wuchs im ersten Quartal um elf Prozent auf 7,7 Milliarden Euro.

Konzernergebnisse der Lufthansa Group in den
ersten Quartalen 2013 bis 2017

Quartal 1 im Jahr Gewinn unterm Strich (in Mio. Euro)
2013 -458
2014 -252
2015 425
2016 -8
2017 -68

Quelle: Lufthansa Group

Im Passagiergeschäft ging es hingegen abwärts. Ein Anstieg der Ticketpreise im März konnte die höheren Kosten etwa für Treibstoff nicht auffangen. Finanzchef Ulrik Svensson wollte seine Erwartungen für 2017 deshalb auch nicht nach oben schrauben.

Zwei Töchter verbessern die Ergebnisse im operativen Geschäft

Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten zunächst nicht gut an. Im frühen Handel verlor die Lufthansa-Aktie am Morgen gut zweieinhalb Prozent an Wert. Zwar hatte der operative Gewinn Analysten positiv überrascht. Unter dem Strich fiel das Minus jedoch sogar höher aus als von Experten erwartet.

Die Verbesserungen im operativen Geschäft verdankte der Konzern vor allem seinen Töchtern Lufthansa Cargo und Lufthansa Technik. Der zuletzt verlustreichen Frachtsparte gelang im ersten Quartal ein operativer Gewinn von 33 Millionen Euro nach einem Minus von 19 Millionen ein Jahr zuvor. Die Wartungstochter Lufthansa Technik steigerte ihren operativen Gewinn um mehr als die Hälfte auf 137 Millionen Euro.

Umsatzerlöse der Lufthansa Group in den ersten Quartalen 2013 bis 2017
Angaben in Milliarden Euro
2013 6.62
2014 6.46
2015 6.97
2016 6.92
2017 7.69

Quelle: Lufthansa Group

Das Passagiergeschäft der Lufthansa Group belastete die Zahlen im ersten Quartal. Die Netzwerk-Airlines des Konzerns - also Lufthansa, Swiss und Austrian - sackten operativ mit 40 Millionen Euro in die roten Zahlen, nachdem ein Jahr zuvor noch fast so viel Gewinn gestanden hatte. Nur die Schweizer Tochter Swiss schrieb erneut schwarze Zahlen. Bei Eurowings und Brussels Airlines vergrößerte sich das Minus um sieben Prozent auf 132 Millionen Euro. Brussels ist in dieser Bilanz der Lufthansa Group erstmals voll konsolidiert.

Die Lufthansa baut ihr Passagiergeschäft kräftig aus. Vor allem durch die Komplettübernahme der belgischen Brussels Airlines im Januar und die schrittweise Eingliederung von Air-Berlin-Jets samt Besatzung vorwiegend bei der Billigtochter Eurowings soll das Flugangebot des Konzerns in diesem Jahr um rund 13 Prozent wachsen.

Finanzchef kann Sommerbuchungen noch nicht einschätzen

Im März hatte die Lufthansa zwar einen Anstieg der Ticketpreise gemeldet - es war das erste Mal seit rund drei Jahren. Allerdings dürfte die Entwicklung auch dem frühen Ostertermin geschuldet sein. Die Buchungen für das wichtige Sommerquartal könne er derzeit noch nicht einschätzen, sagte Finanzchef Svensson. Damit bleibt auch offen, ob der jüngste Preisanstieg im März den Beginn einer Trendwende darstellt.

Für 2017 erwartet der Manager daher weiterhin einen leichten Rückgang beim operativen Gewinn, der im Vorjahr 1,75 Milliarden Euro betragen hatte. Zum Rückgang dürfte auch das teurere Kerosin beitragen. Einschließlich Brussels Airlines rechnet Svensson nun mit Treibstoffkosten von 5,4 Milliarden Euro, rund 500 Millionen mehr als im Vorjahr.

Von: ch, cs, dpa-AFX
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