Streiks abgewendet

Lufthansa einigt sich mit Flugbegleitern

11.03.2009 - 17:36 0 Kommentare

Ein unbefristeter Streik des Kabinenpersonals bei der Lufthansa ist in letzter Minute abgewendet worden. Die Tarifparteien einigten sich nach einer Mitteilung der Airline am Dienstag auf einen Tarifvertrag mit 14 Monaten Laufzeit. Dieser sieht neben hohen Einmalzahlungen und einer teilweisen Rücknahme von Arbeitszeitverlängerungen eine Erhöhung der Gehälter um 4,2 Prozent vor.

Flugbegleiter der Lufthansa - © © dpa -

Flugbegleiter der Lufthansa © dpa

Die Deutsche Lufthansa und die Gewerkschaften UFO und ver.di haben sich im aktuellen Tarifkonflikt auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Er soll für die rund 16 000 Flugbegleiter rückwirkend vom 1. Januar bis zum 28. Februar 2010 gelten. Die Lufthansa geht von einem Gesamtvolumen von etwa 10 Prozent aus.

Die Verhandlungen standen unter dem Eindruck einer bereits abgeschlossenen Urabstimmung der kleinen Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO). Dort hatten sich bereits 96 Prozent der Abstimmenden für einen Streik ausgesprochen. Es sei nun geplant, den Abschluss einer erneuten Urabstimmung zu unterziehen, sagte ein UFO-Sprecher. Für eine Annahme sind 30 Prozent Zustimmung notwendig. Er begründete die Einigung damit, dass Lufthansa mit ihrem jüngsten Angebot noch einmal knapp zwei Prozentpunkte draufgelegt habe.

Zur Tabellenerhöhung kommen laut Lufthansa eine Ergebnisbeteiligung von bis zu 3 Prozent eines Jahresgrundgehalts für 2008 und die besonders umstrittene Teilrücknahme von Arbeitszeitverlängerungen, die 2005 für alle Berufsgruppen vereinbart worden waren. Hier sei es gelungen, wenig intelligente Lösungen durch bessere zu ersetzen, meinte der UFO-Verhandlungsführer Joachim Müller. Zudem seien Arbeitsgruppen vereinbart worden, die bestimmte Arbeitszeitthemen verbindlich aufarbeiten sollen. Die Zustimmung des UFO-Vorstands sei seiner Einschätzung nach sicher.

Auch die DGB-Gewerkschaft, die sich mit der Lufthansa bereits im Sommer für das von ihr vertretene Kabinenpersonal geeinigt hatte, stimmte dem neuen Tarifvertrag zu. Nunmehr sei die Tarifeinheit wiederhergestellt und die Spaltung des Kabinenpersonals beendet, erklärte in Berlin ein ver.di-Sprecher.

Der Lufthansa-Verhandlungsführer Peter Gerber sagte, dass man an die Grenze des wirtschaftlich Möglichen gegangen sei. «Die Mitarbeiter werden spürbar entlastet und erhalten eine Vergütungserhöhung deutlich über der Inflationsrate.» Nun gelte es, mit vereinten Kräften den Herausforderungen der weltweiten Wirtschaftskrise zu begegnen.

Nach der Tarifeinigung mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO hat Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber eine Reform des Streikrechts gefordert. "Je kleiner die Klientel und je größer die Wirkung des Streiks, umso stärker müsste eine Verpflichtung zur Schlichtung sein", sagte er der jüngsten Ausgabe der "Zeit". Wenn sich einzelne Gewerkschaften bei Tarifauseinandersetzungen zulasten des Unternehmens und der übrigen Mitarbeiter beweisen müssten, "dann ist das schon eine gefährliche Tendenz".

Von: dpa
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