Lufthansa sieht keine negativen Effekte durch GDS-Gebühr

10.03.2016 - 14:10 0 Kommentare

Wegen der GDS-Gebühr würden sich die Kunden von der Lufthansa abwenden, prognostizierten Skeptiker. Doch ein halbes Jahr nach Einführung der Distribution Cost Charge kann davon aus Sicht der Airline keine Rede sein.

Jens Bischof, Executive Vice President Sales der Lufthansa Group Airlines - ©  © airliners.de - Gunnar Kruse

Jens Bischof, Executive Vice President Sales der Lufthansa Group Airlines © airliners.de /Gunnar Kruse

Die Lufthansa-Extragebühr für Tickets, die über globale Reservierungssysteme (GDS) gebucht werden, hat bei der Fluggesellschaft nicht zu Buchungsrückgängen geführt. Es habe keine Veränderungen im Buchungsverhalten gegeben, sagte am Donnerstag Jens Bischof, Vertriebschef der Lufthansa Group, auf der ITB in Berlin.

Unlängst hatten Reiseverbände berichtet, dass aufgrund der Zusatzgebühr viele Kunden bewusst zu anderen Airlines wechseln würden.

Durch die vor sechs Monaten gestartete Gebühr habe es keine Einbrüche gegeben, betonte Bischof - im Gegenteil. Der Sitzladefaktor liege absolut auf einem Rekordlevel, sagte er. Das gelte auch für die Lufthansa-Tochterunternehmen wie beispielsweise die Swiss. Dafür müsse man sich nur die Verkehrszahlen der Lufthansa Group des vergangenen halben Jahres ansehen.

Mehr Direktvertrieb über eigenes Internetportal

Veränderungen hat es aber durchaus gegeben. Der Anteil der Buchungen über die Lufthansa-Website ist nach den Worten Bischofs in den vergangenen Monaten von 32 auf 40 Prozent gestiegen. Doch dafür sei die Distribution Cost Charge (DCC) gar nicht eingeführt worden. Die Strategie sei vielmehr gewesen, die Qualität des Lufthansa-Produkts im B2B-Vertrieb besser darstellen zu können.

Über direkte Buchungsschnittstellen arbeitet die Lufthansa bereits unter anderem mit dem Ticketgroßhändler Aerticket zusammen. Mit weiteren Unternehmen wird bereits verhandelt oder zumindest gesprochen, hieß es auf der ITB. Gesprochen wird auch mit den GDS-Anbietern wie beispielsweise Amadeus. Mit ihnen befinde sich die Lufthansa im Dialog und zwar in einer konstruktiven Athmosphäre, so Bischof.

© dpa, Armin Weigel Lesen Sie auch: GDS-Gebühr: Lufthansa legt sich mit Vertriebspartnern an

Die Lufthansa hatte Anfang September 2015 trotz Protesten und Klagen der Reisebranche eine DCC für alle Tickets eingeführt, die über GDS gebucht werden. Dabei wird für die Buchungen eine Gebühr von jeweils 16 Euro beziehungsweise 16 Franken fällig. Über die konzerneigenen Webseiten, Service-Center und Schalter können Tickets weiterhin ohne die Abgabe erworben werden.

Von: gk

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