Einstellungs- und Investitionsstopp

Lufthansa dreht auf Sparkurs

24.11.2011 - 15:44 0 Kommentare

Wegen der anhaltend schwierigen Geschäftslage hat Lufthansa für die nächsten sechs Monate einen Einstellungsstopp beschlossen. Gleichzeitig schiebt der Konzern Investitionen auf die lange Bank. Es gibt aber Ausnahmen.

Die erste Lufthansa-737 der neuen Fluglinie von Frankfurt am Main nach Rostock-Laage landet am 26.03.2011 auf dem Rostocker Flughafen.  - © © dpa - Bernd Wüstneck

Die erste Lufthansa-737 der neuen Fluglinie von Frankfurt am Main nach Rostock-Laage landet am 26.03.2011 auf dem Rostocker Flughafen. © dpa /Bernd Wüstneck

Wegen der anhaltend schwierigen Geschäftslage hat die Lufthansa einen Investitionsstopp verhängt. Der Vorstand habe den Schritt am Montag beschlossen und zunächst auf sechs Monate befristet, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Das Personal soll nicht weiter aufgestockt werden.

Der Investitionsstopp soll möglichen Herabstufungen der Kreditwürdigkeit durch Ratingagenturen vorbeugen, wie Lufthansa-Finanzchef Stephan Gemkow vor Mitarbeitern erläuterte. Eine schlechtere Bewertung würde unmittelbar zu höheren Zinsen führen und die finanziellen Spielräume weiter einengen.

Lufthansa-Chef Christoph Franz verlangte auch vom Personal Sparbeiträge, etwa durch längere Arbeitszeiten. «Ebenso müssen wir an den Personalkosten arbeiten und Personalaufbau vermeiden», wird er in der Mitarbeiterzeitschrift «Lufthanseat» zitiert. Franz kündigte zudem Neuverhandlungen mit Lieferanten und Flughäfen an. Bei den Gewerkschaften brodelt es derweil wegen der Spar-Strategie des Konzerns.

Ausgenommen vom Investitionsstopp seien Ausgaben für neue Flugzeuge und andere betriebsnotwendige Güter, erklärte eine Sprecherin am Donnerstag in Frankfurt. Betriebsnotwendige Investitionen würden wie geplant weiterverfolgt. Beispiele für nun aufgeschobene Projekte nannte sie nicht. Es sei aber klar, dass der für den Standort Frankfurt verkündete Investitionsstopp der Frachttochter Lufthansa Cargo ausschließlich als Vorsichtsmaßnahme im Zusammenhang mit dem vorläufigen Nachtflugverbot zu sehen sei.

Laut Gemkow wird Lufthansa die bestellten neuen Flugzeuge abnehmen. Aktuell stünden 202 Flugzeuge mit einem Listenwert von 19 Milliarden Euro bis 2018 auf der Bestellliste. Bereits im kommenden Jahr zieht Lufthansa mehr ältere Jets aus dem Verkehr als zunächst geplant. Mit dem Einsatz der neuen Flugzeuge würden die Betriebskosten gesenkt. Allerdings wurde auch der Flugplan zusammengestrichen

Lufthansa hatte im dritten Quartal Federn lassen müssen, steht aber besser da als viele Mitbewerber. Die nachlassende Ticketnachfrage, die Unruhen in Nordafrika, zusätzliche Steuern und vor allem die hohen Kerosinpreise drückten aufs Ergebnis.

Von: dpa, dapd, airliners.de
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