EU-Kommission gibt Zusammenschluss frei

Lufthansa darf Brussels Airlines übernehmen

22.06.2009 - 16:43 0 Kommentare

Die Lufthansa kann Brussels Airlines unter Auflagen übernehmen. Die EU-Kommission billigte den geplanten Kauf am Montag in Brüssel unter Auflagen. Die Lufthansa muss sich im Gegenzug verpflichten, vier Verbindungen zwischen Belgien und Deutschland sowie der Schweiz an Wettbewerber abzugeben.

Maschinen der Lufthansa un der Brussels Airlines. - © © Lufthansa -

Maschinen der Lufthansa un der Brussels Airlines. © Lufthansa

Nach der Genehmigung durch die EU will die Lufthansa die Übernahme der belgischen Brussels Airlines schnell unter Dach und Fach bringen. Die Transaktion solle noch im Juni abgeschlossen werden, erklärte eine Sprecherin der Lufthansa am Montag in Frankfurt. Schon vor der kartellrechtlichen Genehmigung hatten die beiden Fluggesellschaften ihre Zusammenarbeit intensiviert.

Die kartellrechtliche Freigabe ebnet den Weg für den Erwerb von zunächst 45 Prozent an der Muttergesellschaft von Brussels Airlines, SN Airholding SA/NV, durch Lufthansa. Damit hat Lufthansa auch die Freigabe, ab 2011, nach Sicherung der Luftverkehrsrechte von Brussels Airlines, eine Erwerbsoption für die verbleibenden 55 Prozent auszuüben und damit Brussels Airlines vollständig zu übernehmen. Die Transaktion soll Ende dieses Monats abgeschlossen werden, teilte Lufthansa am Montag mit.

Die EU-Kommission hatte im Januar Wettbewerbsbedenken gegen die Übernahme geltend gemacht und eine vertiefte Prüfung eingeleitet. Insbesondere fürchtete die Behörde eine Monopolstellung auf den Strecken Brüssel-Hamburg und Brüssel-München und Wettbewerbsnachteile für Konkurrenten auf den Strecken Brüssel-Frankfurt und Brüssel-Zürich. Nachdem die Lufthansa nun die Abgabe vonVerbindungen zusagte, kam die Behörde zu der Einschätzung, dass die geplante Übernahme "keine erhebliche Behinderung" des Wettbewerbs darstelle.

Brussels Airlines zählte zuletzt rund fünf Millionen Passagiere im Jahr. Sie gilt für Lufthansa als besonders interessant, weil sie eine Reihe von Verbindungen nach Afrika anbietet - einem Gebiet, in dem Lufthansa bislang relativ schwach aufgestellt ist. Für Brussels Airlines ist die Übernahme interessant, um zusätzliche Kunden aus dem Lufthansa-Netz anzuziehen und durch Mengenrabatte preiswerter an neue Flugzeuge zu kommen.

Noch offen ist die ebenfalls bereits vereinbarte Übernahme der Austrian Airlines (AUA) durch die Lufthansa. Hier prüft die EU noch kartellrechtliche Fragen und eine Subvention durch die Regierung in Österreich. Zuletzt war die Prüfung bis zum 1. Juli verlängert worden.

Von: AFP, dpa, airliners.de
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