Lufthansa-Chef holt zum Rundumschlag aus

31.01.2017 - 12:05 0 Kommentare

Rundumschlag von Carsten Spohr: In verschiedenen Interviews spricht der Lufthansa-Chef über sinkende Ticketpreise, Tarifbedingungen wie zu Zeiten als Staatsairline und die Offenhaltung des Airports Berlin-Tegel.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr. - © © dpa - Arne Dedert

Lufthansa-Chef Carsten Spohr. © dpa /Arne Dedert

Der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa, Carsten Spohr, stellt sinkende Flugpreise in Aussicht. "Wie gehen auch in diesem Jahr davon aus, unseren Kunden leicht reduzierte Ticketpreise anbieten zu können", sagte er jetzt der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". "Aber der Rückgang dürfte etwas niedriger ausfallen als im vergangenen Jahr".

Es gelte, "jedes Jahr effizienter zu werden", sagte Spohr. Dazu sei es unter anderem nötig, "bei den Personalkosten wettbewerbsfähige und damit zukunftsfeste Strukturen zu schaffen".

Der Lufthansa-Chef verwies darauf, dass es bei der Fluggesellschaft teilweise noch Tarifbedingungen aus den Zeiten als "Staatsairline" gebe. Damit aber "können Sie im heutigen Wettbewerb nicht mehr bestehen". Der "Modernisierungsbedarf" bei den Tarifverträgen sei "besonders hoch".

Manche Segmente sind "nicht mehr profitabel"

"Es gibt Marktsegmente, in denen Sie mit unseren Personalkosten unserer Kernmarke Lufthansa nicht mehr profitabel sein können", sagte Spohr. "Es werden niedrige Preise von den Kunden erwartet, die entsprechend niedrige Kosten erfordern."

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: Lufthansa und Piloten einigen sich auf Schlichter

Die Lufthansa befindet sich bereits seit Jahren im Tarifkonflikt mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Im Dezember wurde eine Schlichtung eingeleitet, die formal am heutigen Dienstag endet. Die Ergebnisse sollen in den kommenden Tagen veröffentlicht werden.

Die Pilotengewerkschaft hatte die Lufthansa zuletzt im November an sechs Tagen bestreikt. Tausende Flüge fielen aus.

Spohr spricht sich gegen Offenhaltung von Tegel aus

In der Debatte über eine Offenhaltung des Berliner Flughafens Tegel bekannte sich Spohr zum neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld. "Die Erfahrung hat gezeigt, dass es für alle Beteiligten effizienter ist, wenn sich das gesamte Fluggeschehen an einem Ort abspielt", sagte der Lufthansa-Chef der "Berliner Morgenpost".

"Sonst stellt sich schnell die Frage: Wer fliegt von welchem Flughafen?" Manche Airline würde dann möglicherweise gar nicht nach Schönefeld umziehen wollen, weil die Kunden die kurzen Wege in Tegel so sehr schätzen, so Spohr.

© dpa, Sophia Kembowski Lesen Sie auch: Tegel-Initiative braucht für Erfolg noch viele Unterschriften

Dass die Eröffnung des neuen Flughafens mehrfach verschoben wurde, beschert der Lufthansa einen Schaden im einstelligen Millionenbereich, sagte Spohr, ohne einen Zeitraum zu nennen. "Wichtiger ist mir als deutscher Ingenieur aber, dass es etwas peinlich ist, was da passiert." Dagegen erlebten die Kunden am alten Innenstadtflughafen das "Wunder von Tegel". Dort werde tolle Arbeit geleistet.

Von: ch, APF, dpa
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