Lufthansa-Chef beziffert Streikkosten mit einer halben Milliarde Euro

10.12.2015 - 17:28 0 Kommentare

Durch die Streiks der Piloten und Flugbegleiter hat die Lufthansa bislang rund eine halbe Milliarde Euro verloren. Diese Zahl nannte jetzt Airline-Chef Spohr, der sein Unternehmen trotzdem auf Kurs sieht.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr. - © © Lufthansa -

Lufthansa-Chef Carsten Spohr. © Lufthansa

Die Lufthansa hat durch die fortgesetzten Streiks ihrer Piloten und Flugbegleiter rund eine halbe Milliarde Euro verloren. Diese Zahl nannte Konzernchef Carsten Spohr dem "Tagesspiegel" am Rande des Star-Alliance-Jahrestreffens in Chicago, wie die Zeitung am Donnerstag online berichtete. Die Angabe bezieht sich auf insgesamt 13 Streiks der Piloten und einen der Flugbegleiter in den Jahren 2014 und 2015.

Auf den siebentägigen Rekordstreik der Flugbegleiter im November dieses Jahres entfallen davon rund 140 Millionen Euro. Rund 230 Millionen Euro Schaden hatte Lufthansa bereits im Geschäftsjahr 2014 abgebildet, so dass im laufenden Jahr etwa 270 Millionen anfallen.

© dpa, Federico Gambarini Lesen Sie auch: Aktionäre drängen Lufthansa nach Streiks zur gerichtlichen Klärung

Spohr sieht sein Unternehmen trotz der vielen Streiks und der Germanwings-Katastrophe im März auf einem guten Kurs. Die Nachfrage habe unter den Streiks kaum gelitten. Als Betriebsgewinn hat der Dax-Konzern zwischen 1,75 und 1,95 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Erstmals seit neun Jahren habe auch der Billigableger Eurowings/Germanwings einen Gewinnbeitrag geleistet im zweistelligen Millionenbereich, sagte er der Zeitung.

Tarifbaustellen der Lufthansa

Lufthansa hat in letzter Zeit mit gleich mehreren Gewerkschaften zu unterschiedlichen Themen und für verschiedene Berufsgruppen im Konzern Tarifverträge zu verhandeln. Ein Überblick:

Flugbegleiter
Die Flugbegleiter haben der Lufthansa erst kürzlich den längsten Streik der Konzerngeschichte beschert. In der aktuellen Auseinandersetzung sind wichtige Punkte die Absicherung und Vergütung der 19.000 Flugbegleiter bei der Lufthansa-Mutter sowie die Alters- und Übergangsversorgung. Nun geht es um eine mögliche Schlichtung.

Piloten
Die Piloten haben bereits 13 Mal gestreikt. Im Streit um den Konzerntarifvertrag für rund 5400 Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings geht es um Renten, Gehälter und Übergangsrenten. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit will zudem den Ausbau der Billigschiene Eurowings verhindern. Weil sie dieses nicht tarifliche Ziel aber allzu offen mit dem Streik verbunden haben, stoppte das Landesarbeitsgericht Hessen die letzte Streikrunde Anfang September am zweiten Tag. Derzeit laufen Gespräche zu den Übergangsrenten.

Bodenpersonal
Für die rund 33.000 Bodenbeschäftigten hat sich Lufthansa mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi dagegen schon geeinigt. Die Verhandlungen kamen sogar ohne Streiks zu einem Ergebnis. Anders als das fliegende Personal haben die Kräfte am Boden allerdings auch keinen Anspruch auf Übergangsversorgung. In der Tarifrunde zuvor hatte das Bodenpersonal 2013 mit zwei Warnstreiks große Teile des Flugverkehrs der Airline lahmgelegt.

Von: gk, dh, dpa

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