Lufthansa-Chef Spohr will Konsolidierung mitgestalten

27.11.2018 - 16:11 0 Kommentare

Die europäische Luftfahrt konsolidiert sich - Lufthansa-Chef Spohr will seinen Konzern fit für einen Spitzenplatz in dem Prozess machen. Das heiße jedoch nicht, dass einzelne Marken verschwinden müssten.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr  - © © dpa - Sven Hoppe

Lufthansa-Chef Carsten Spohr © dpa /Sven Hoppe

Lufthansa-Chef Carsten Spohr will seinen Konzern stärker auf die Anforderungen der laufenden Konsolidierungswelle in der europäischen Luftfahrt ausrichten. "Unsere Aufgabe bei Lufthansa ist es, sicherzustellen, dass das Unternehmen fit genug ist, um in dieser Liga der globalen Champions-League-Spieler unserer Branche zu spielen", sagte der Manager bei seiner Rede am Dienstagmittag auf der Konferenz "CAPA World Aviation Outlook Summit“ in Berlin.

Es gibt zu viele Player in Europa.

Carsten Spohr, Chef des Lufthansa-Konzerns

In Europa gäbe es noch über 200 Fluggesellschaften - in China, den USA und dem Nahen Osten seien es jeweils nur drei große Player im Markt. In Europa werde es zu einer ähnlichen Bereinigung kommen. "Es wird höchstwahrscheinlich drei große europäische Netzbetreiber oder Gruppen von Betreibern geben, plus ein oder zwei Billiganbieter", so Spohr.

Swiss-Übernahme zeige Markenstärke

So könne er sich durchaus vorstellen, dass ein Konzern nach einer Übernahme die gekaufte Marke weiterhin bestehen lasse. Als Beispiel führte er die Kranich-Tochter Swiss an, die nach dem Kauf der insolventen Swissair im Schweizer Markt platziert worden war: "Hier in Europa spielen Marken immer noch eine große Rolle."

Ein weiteres Beispiel führte Spohr nicht aus, ist laut Beobachtern aber auch im eigenen Konzern zu finden: Brussels Airlines. Obwohl Lufthansa den belgischen Carrier Ende 2016 komplett übernahm und an die Billigplattform Eurowings andockte, blieb die vor allem bei EU-Beamten in Brüssel bekannte Marke bislang bestehen.

Spohr: Konsolidierung über Marktaustritte

Als weitere Kandidaten für eine Konsolidierung sieht Spohr neben Norwegian vor allem Alitalia. An beiden Airlines wird dem Lufthansa-Konzern ein Interesse nachgesagt. Ryanair-Chef Michael O'Leary prognostizierte jüngst im Interview mit airliners.de das Ende einiger Airlines im Winter:

© dpa, Jasper Jacobs Lesen Sie auch: "Viele Airlines werden den Winter nicht überleben" Interview mit Ryanair-Chef O'Leary

Konsolidierung in Europa würde Spohr zufolge heute vor allem über den Marktaustritt bankrotter Player passieren. Den "klassischen Weg", dass ein Wettbewerber einen anderen kaufe, gäbe es kaum noch.

Maximales Wachstumstempo

Gleichzeitig betonte Spohr, dass das Wachstumstempo in der Branche bereits an der oberen Schwelle angekommen sei: Mit sechs bis acht Prozent habe es zuletzt doppelt so hoch wie dies des Bruttoinlandprodukts in der westlichen Welt gelegen. "Mehr geht nicht."

Dies habe zu deutlichen Problemen im europäischen Luftverkehr geführt: "Wir haben in unseren Flugplänen heute mehr Flüge, als die Flugsicherung bewältigen kann." Allein die Airlines des Kranich-Konzerns mussten in den ersten neun Monaten des Jahres knapp 18.000 Verbindungen streichen.

Angesichts dessen warb Spohr erneut für das von Lufthansa geforderte "qualitative Wachstum": "Wir brauchen ein rationaleres Herangehen an das Wachstum." Kranich-Drehkreuzchef Harry Hohmeister hatte bereits gefordert, dass die Infrastruktur an deutschen Airports im Gleichschritt zu dem Angebot der Airlines wachsen müsse:

© dpa, Arne Dedert Lesen Sie auch: Lufthansa drängt auf schnelle Lösungen

Von: br
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