Lufthansa-Chef Spohr: Aktionäre stehen bei Streiks hinter uns

04.09.2015 - 13:09 0 Kommentare

Die Lufthansa steht nach dem jüngsten Scheitern der Gespräche mit der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit vor neuen Streiks. Der Konzernchef will von seiner Linie aber nicht abrücken.

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Lufthansa AG. - © © dpa - Daniel Reinhardt

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Lufthansa AG. © dpa /Daniel Reinhardt

Lufthansa-Chef Carsten Spohr setzt auf die Rückendeckung seiner Aktionäre im Arbeitskampf mit den Piloten. Per se habe der der Finanzmarkt gefallen daran, "wenn wir in diesen Arbeitskämpfen hart bleiben", sagte Spohr vor Journalisten in Stuttgart. "Ich glaube, die Aktionäre stehen hinter uns, dass diese notwendige Kostensenkung stattfinden muss."

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte die Gespräche mit dem Unternehmen erneut für gescheitert erklärt. Passagiere der Lufthansa müssen sich daher in den kommenden Wochen auf erneute Streiks der Piloten einstellen. Der Aktienkurs war daraufhin zunächst gesunken, hatte dann aber wieder angezogen.

Spohr sagt: "Es geht nicht anders"

Nach Darstellung der VC hat die Lufthansa es in einem Spitzengespräch mit Spohr abgelehnt, die geplante Verlagerung von Flugzeugen und Jobs ins Ausland für die Zeit der Verhandlungen auszusetzen. "Es geht nicht anders: Wir müssen, um die Führungsrolle zu erhalten und nicht von Low-Cost-Carriern verdrängt zu werden, unsere Kostensituation auf das Niveau der Wettbewerber bringen", so Spohr.

"Natürlich ist jeder Streiktag aus Sicht unserer Kunden einer zu viel", ergänzte er. Trotz der Arbeitskämpfe sei die Auslastung aber zuletzt so hoch gewesen wie nie in der Geschichte der Lufthansa.

Aktie verliert an Wert

Seit dem Jahresbeginn hat die Lufthansa-Aktie gut ein Fünftel an Wert verloren. Und die Streiks kosten auch: 2014 hatten sie den operativen Gewinn des größten europäischen Luftverkehrskonzerns schon mit 222 Millionen Euro belastet. In diesem Jahr kamen bislang weitere Ergebnisbelastungen von 100 Millionen Euro hinzu.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Flugbegleiter kritisieren erneute Streikdrohung der Lufthansa-Piloten

Zuletzt war wegen des Kursrückgangs unklar gewesen, ob die Papiere wegen des gesunkenen Börsenwerts noch im deutschen Leitindex Dax bleiben würden. In der jüngsten Überprüfung hat es die Lufthansa nun aber noch einmal geschafft. "Wir sind im Dax geblieben - und das ist auch wichtig, weil wir ja auf deutsche Aktionäre angewiesen sind aufgrund der Verkehrsrechtssituation", erklärte Spohr.

Die Lufthansa ist nach dem Luftverkehrsnachweis-Sicherungsgesetz verpflichtet, ihre Aktionärsstruktur regelmäßig zu überprüfen, um sicherzustellen, dass die Fluggesellschaft mehrheitlich unter deutscher beziehungsweise europäischer Kontrolle bleibt.

Von: dpa
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