Lufthansa-Chef Spohr sieht Piloten an Wendepunkt

24.11.2014 - 12:15 0 Kommentare

Die Lufthansa wird sich im Tarifstreit mit den Piloten bald einigen - das hofft zumindest der Chef der Airline, Carsten Spohr. Er erklärte auch, warum die Piloten derzeit einen "Wendepunkt" erleben.

Der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa AG, Carsten Spohr. - © © dpa - Daniel Reinhardt

Der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa AG, Carsten Spohr. © dpa /Daniel Reinhardt

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hofft im Tarifkonflikt mit den Piloten auf eine baldige Einigung. Immer mehr Piloten würden erkennen, dass man mit 50 Jahre alten Privilegien "keine Zukunft gestalten" könne, sagte Spohr der "Süddeutschen Zeitung". "Ich glaube, dass wir auch mit der Gewerkschaft in den seit Oktober wiederaufgenommenen Gesprächen zu einem gemeinsamen Verständnis kommen können."

Der Konflikt sei der "härteste Arbeitskampf in der Geschichte der Lufthansa", sagte Spohr weiter. Als ehemaliger Pilot bringe er aber "genügend Verständnis" für die Berufsgruppe mit. Die Lufthansa-Piloten erlebten derzeit einen "Wendepunkt". "Sie konnten sich jahrzehntelang darauf verlassen, dass Wachstum mit besserer Vergütung und besseren Arbeitsbedingungen einhergeht. Das ändert sich nun - zwangsläufig", so Spohr.

Bei dem Tarifkonflikt geht es um die sogenannte Übergangsversorgung. Sie erlaubt es bislang jedem zweiten der 10.000 Piloten des Konzerns, ab dem Alter von 55 Jahren in den bezahlten Frühruhestand zu gehen. Sie erhalten in der Übergangszeit bis zur gesetzlichen Rente bis zu 60 Prozent ihrer Bezüge. Die Lufthansa will die Altersgrenze anheben, die Vereinigung Cockpit lehnt das ab und machte mit acht Streikwellen Druck.

"Wings"-Strategie mit billigerem Personal

Ein weiterer Knackpunkt ist die "Wings"-Strategie, die Spohr in dem Interview noch einmal bekräftigte. Der Plan sieht vor, neben dem klassischen Lufthansa-Produkt neue Billigtöchter für den Europa- und den Interkontinentalverkehr zu gründen.

Wenn die Billigfernflüge mit Lufthansa-Personal durchgeführt werden sollen, müssen beim Personal Kosten eingespart werden. Das hatte Spohr schon länger angekündigt. Das wird die Piloten betreffen, aber auch die Flugbegleiter. Letztere haben sich mit dem Unternehmen bereits auf Gespräche geeinigt.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Lufthansa einigt sich mit Flugbegleitern beim Thema Billig-Langstrecke

Der Aufsichtsrat soll am 3. Dezember grundsätzlich über die sogenannte "Wings"-Familie entscheiden, sagte Spohr der Süddeutschen Zeitung. Die Airline schaut sich schon jetzt nach Kooperationspartnern um. Die Verhandlungen mit der deutsch-türkischen SunExpress seien noch nicht abgeschlossen, so Spohr. Auch Condor kann sich eine Zusammenarbeit mit der Lufthansa im Rahmen der "Wings"-Strategie vorstellen.

Alle Meldungen zum Lufthansa-Pilotenstreik.

Von: AFP, dpa, airliners.de
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