Lufthansa-Chef nennt Monopolvorwürfe "absurd"

27.12.2017 - 08:11 0 Kommentare

Bahn, Fernbus und bald Easyjet: Lufthansa-Chef Spohr rechnet innerdeutsch mit "härterem Wettbewerb, als Air Berlin es je war". Gleichzeitig weist er erneut die Monopolvorwürfe wegen hoher Ticketpreise zurück.

Carsten Spohr: "Für uns wird das ein härterer Wettbewerber, als Air Berlin es je war." Foto: © dpa, Arne Dedert

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat Monopolvorwürfe nach der Air-Berlin-Pleite scharf zurückgewiesen. "Uns alle möglichen Gemeinheiten zu unterstellen ist absurd. Das Wohl der Lufthansa hängt übrigens nicht an innerdeutschen Strecken, denn die machen weniger als fünf Prozent unseres Konzernumsatzes aus", sagte Spohr der " Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Von einem Monopol könne keine Rede sein, denn innerdeutsch gebe es auch die Wettbewerber Bahn und den Fernbus. Zudem starte von Januar an der britische Billigflieger Easyjet auf vier innerdeutschen Strecken. "Für uns wird das ein härterer Wettbewerber, als Air Berlin es je war."

Wachstum ohne Niki?

Spohr wies erneut Vorwürfe zurück, die Lufthansa habe die Ticketpreise nach der Air-Berlin-Insolvenz in die Höhe getrieben. "Von 140 ehemaligen Air-Berlin-Flugzeugen stehen 90 am Boden. Wir haben nicht genug Flugzeuge, um die Folgen dieser Sondersituation abzufedern." Spohr zufolge dürften die Ticketpreise schon im Januar wieder sinken, wenn die Zahl der Flüge erhöht werde.

Ab Januar hatte Spohr 1000 neue Flüge pro Monat angekündigt. Unklar ist allerdings, wie sich die gescheiterte Übernahme der Air-Berlin-Tochter Niki und die EU-Auflage, die Niki-Maschinen müsse Lufthansa an einen möglichen neuen Käufer verleasen, darauf auswirken. Bis Ende des Jahres soll ein Investor für den Ferienflieger gefunden sein.

© Eurowings, Lesen Sie auch: "Wir stellen jetzt auch in Deutschland ein" Interview

Bislang hatte die Kranich-Billigplattform Eurowings angekündigt, auch ohne Niki eigenständig Wachstum zu generieren - dafür könnten nun aber Maschinen fehlen, schätzen Branchenkenner. Auch musste Eurowings in der vergangenen Woche 300 Flugstreichungen und 300 -veränderungen für Januar bekanntgeben.

Das Sinken der Ticketpreise werde laut Spohr nicht mehr so kräftig sein, wie in der Vergangenheit. "Die historischen Tiefstpreise sehen wir hoffentlich nicht mehr, die Flugtickets in Europa sind über Jahre so weit gesunken, dass keine Airline vernünftig davon leben konnte", sagte Spohr. "Wenn die Taxifahrt zum Flughafen mehr kostet als der Flug selbst, ist Fliegen zu billig."

Von: cs mit Material von dpa
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