Lufthansa-Chef rechnet mit harten Brexit-Verhandlungen

29.03.2017 - 16:38 0 Kommentare

Großbritannien erklärt seinen EU-Austritt. Bei den anschließenden Verhandlungen zum Brexit geht es auch um den Luftverkehr. Dieser werde keinen Sonderstatus erhalten, glaubt Lufthansa-Chef Carsten Spohr.

"Brexit ist Brexit", sagt Carsten Spohr, Chef der Lufthansa Group. Foto: © dpa, Sven Hoppe

Bei den Brexit-Verhandlungen mit Großbritannien werden Deutschland und Frankreich dem Luftverkehr keinen Sonderstatus einräumen. Das sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr jetzt der Nachrichtenagentur "Bloomberg". "Brexit ist Brexit", so der Manager. Die Luftfahrtindustrie werde da keine Ausnahme sein.

Als Industrie neige man dazu, sich so zu verhalten, als sei nichts passiert. Die EU-Kommission sowie die Regierungen würden da aber nicht mitmachen, so Spohr. "Soweit ich das mitbekommen habe, können Sie sich da sicher sein."

Großbritannien hat an diesem Mittwoch seinen Beitritt aus der Europäischen Union erklärt (Brexit). Dadurch startet ein Verhandlungsprozess. Dieser muss dann innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen werden.

Premierministerin will harten Brexit

Die britische Premierministerin Theresa May hatte Anfang des Jahres klargemacht, dass sie einen harten Schnitt aus der EU will. Dieser beinhaltet auch einen Austritt aus dem gemeinsamen Binnenmarkt.

Dies dürfte künftig einen beschränkten Zugang des Vereinigten Königreiches zum europäischen Luftverkehrsmarkt zur Folge haben. Gleichzeitig gelten nach dem Brexit auch die Open-Sky-Abkommen mit den USA nicht mehr für Großbritannien.

© dpa, Andy Rain Apropos (12): Brexit-Folgen für den Luftverkehr

Die Fluggesellschaft Ryanair forderte die britische Regierung auf, dem Luftverkehr bei den Verhandlungen mit der EU die höchste Priorität einzuräumen. Der irische Low-Cost-Carrier erzielt in diesem Geschäftsjahr voraussichtlich 26 Prozent seiner Umsätze in Großbritannien. "Auch etwa neun Monate nach dem Brexit-Referendum wissen wir nicht, welche Auswirkungen der Ausstieg auf den Luftverkehr haben wird", sagte jetzt Ryanairs Marketing-Chef Kenny Jacobs.

Die Billigfluggesellschaft hat für das laufende Geschäftsjahr ihre Gewinnprognose gesenkt - auch, weil seit dem Brexit-Votum der Wert des britischen Pfundes sinkt. Dieses Problem hat auch der britische Low-Cost-Carrier Easyjet.

Die International Airlines Group strich ihre Wachstums- und Gewinnerwartungen sogar bis 2020. Zu dem Luftfahrtkonzern gehören British Airways, Iberia, Vueling und Aer Lingus.

Von: ch
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