Lufthansa-Chef fordert Abschaffung der Luftverkehrsabgabe

10.03.2015 - 08:43 0 Kommentare

Eine Abschaffung der umstrittenen Ticketsteuer würde zu sinkenden Flugpreisen führen, sagt Lufthansa-Chef Spohr. Für die kommenden Jahre sieht er bereits jetzt einen entgegen gesetzten Trend.

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa. - © © Lufthansa - Gaby Gerster

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa. © Lufthansa /Gaby Gerster

Angesichts der wachsenden Konkurrenz im Luftverkehr hat Lufthansa-Chef Carsten Spohr die Bundesregierung zur Abschaffung der Flugticketsteuer aufgefordert. "Fliegen könnte ohne die unnötige Luftverkehrssteuer für unsere Gäste günstiger werden", sagte Spohr der "Bild"-Zeitung. Dadurch könnten die Flugpreise um insgesamt 300 Millionen Euro sinken. Die Regierung würde zudem "ein wichtiges Zeichen" für den Luftfahrtstandort Deutschland setzen.

Die Bundesregierung hatte die Luftverkehrsabgabe 2011 eingeführt und im ersten Jahr damit knapp eine Milliarde Euro eingenommen. Die Abgabe fällt pro Fluggast bei Flügen an, die in Deutschland starten.

© dpa, Uli Deck Lesen Sie auch: Karlsruhe: Luftverkehrssteuer mit Grundgesetz vereinbar

Auf die Frage, warum Lufthansa den Kerosinzuschlag nicht senke, sagte Spohr: "Wir haben langfristige Preissicherungen vereinbart und leiden beim Kerosineinkauf unter dem schwachen Euro."

Der Lufthansa-Chef rechnet für die kommenden Jahre insgesamt mit steigenden Preisen in der Branche. Nachdem die Ticketpreise im vergangenen Jahr im Schnitt um drei Prozent gesunken seien, werde damit mittelfristig voraussichtlich Schluss sein, "weil immer weniger Airlines noch ausreichend verdienen", führte Spohr aus. "Ich erwarte, dass die Preise in den nächsten Jahren eher wieder etwas anziehen werden."

Von: AFP
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