Lufthansa Cargo und United Cargo wollen zusammenarbeiten

10.12.2015 - 10:31 0 Kommentare

Lufthansa Cargo und United Cargo planen eine Kooperation. Die beiden Fracht-Airlines wollen sich auf Strecken zwischen Europa und den USA aufeinander abstimmen. Die Lufthansa-Tochter hat außerdem schon den nächsten Partner im Visier.

Eine MD-11F der Lufthansa Cargo. - © © AirTeamImages.com - Felix Gottwald

Eine MD-11F der Lufthansa Cargo. © AirTeamImages.com /Felix Gottwald

Die beiden Frachtflieger Lufthansa Cargo und United Cargo haben eine Kooperation auf Nordatlantikrouten vereinbart. Das teilte die Lufthansa-Tochter jetzt mit. Allerdings müssen die Behörden das Projekt noch genehmigen. Erst kürzlich hatte die Lufthansa-Tochter mit die Zusammenarbeit mit der japanischen All Nippon Airways Cargo (ANA) ausgebaut.

Lufthansa Cargo und United Cargo planen, Luftfracht zwischen Europa und den USA gemeinsam zu befördern - unabhängig davon, ob die Sendungen von Flugzeugen der Lufthansa Cargo oder United Cargo befördert werden. Speziell an Großflughäfen wie Frankfurt oder New York, die von jeweils beiden Gesellschaften bedient werden, beschleunigt sich dadurch die Prozesskette der Fracht.

Der Grund: die Güter sind so abflugbereit, dass sie in jenes Flugzeug geladen werden können, welches eine vorgegebene Strecke am frühesten bedient. Fliegt Lufthansa beispielsweise um 14 Uhr von Frankfurt nach Chicago, United aber bereits zwei Stunden früher, sind die Waren auch entsprechend früher am Zielort.

Zahl der "off loads" dürfte sich verringern

"Dabei ist es völlig egal, ob das Flugzeug zur Flotte von United oder der Lufthansa gehört", so ein Vertreter der deutschen Kranichgesellschaft. Auch dürfte sich dank der Kooperation die Anzahl der so genannten "off loads" deutlich verringern.

Damit werden Sendungen bezeichnet, die zwar gebucht sind, wegen Überfüllung eines Flugzeugs aber nicht mitgenommen werden können und daher bis zum Folgeflieger am Boden bleiben müssen. Hat Lufthansa Cargo auf einer bestimmten US-Route plötzliche Kapazitätsprobleme, springt United Cargo ein - und umgekehrt.

Dieses als "metal neutrality" in der Branche bekannte Prinzip der Kapazitätsneutralität zweier Partnergesellschaften erhöht für Frachtkunden die Chancen auf zügige Lufttransporte ihrer Sendungen. Die Beförderungsleistungen der beiden Kapazitätsanbieter werden am Ende nach einem internen Schlüssel gemäß des vereinbarten Beteiligungsmodells miteinander verrechnet.

Netzwerk der Airlines wird dichter

Für Kunden zusätzlich interessant dürfte die Ausweitung des Flugangebots beider Gesellschaften sein. Jede für sich genommen verfügt bereits über ein dichtes Netzwerk, doch in Kombination wird es noch deutlich engmaschiger.

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Harmonisiert werden soll auch die Bodenabfertigung der Luftfracht an den von beiden Linien bedienten Flughäfen. Harmonisierung - und zwar mit höchster Priorität - ist auch das Gebot für die IT-Struktur beider Gesellschaften, da der Sendungsfluss elektronisch gesehen sonst zweigeteilt bleibt. Gleiches gilt für die Auftragsverfolgung (Tracking & Tracing), die ohne eine kompatible IT-Struktur nicht darstellbar ist.

Erwartet worden war die Bekanntgabe der jetzt bestätigten Partnerschaft schon für den vergangenen Sommer; so hatten es führende Manager beider Frachtflieger jedenfalls im Vorfeld angekündigt. "Aber wenn US-Juristen mit am Tisch sitzen, braucht Gut Ding eben länger als die bekannte Weile", kommentierte eine mit der Sache vertraute Person die mehrmonatige Verhandlungsprozedur.

Weiteren Partner im Blick

Der jetzt ausgehandelte Deal zwischen Lufthansa Cargo und United Cargo dürfte sich inhaltlich eng an das Kooperationsmodell zwischen der deutschen Frachtlinie und der japanischen ANA Cargo anlehnen. Beide Gesellschaften arbeiten auf den Strecken zwischen Japan und Europa seit genau einem Jahr eng zusammen. Die bisherige Entwicklung bewerten beide Seiten als Erfolg, wenngleich die beförderte Tonnage sich bislang in überschaubarem Rahmen halten.

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Wie airliners.de vom Produkt- und Vertriebschef Alexis von Hoensbroech der Lufthansa Cargo erfuhr, ist sein Unternehmen seit geraumer Zeit mit einer weiteren Gesellschaft in "vertieften Verhandlungen" über eine Kooperation analog zur ANA oder der jetzt mit United vereinbarten kommerziellen Zusammenarbeit. Der Manager vermied jeden Hinweis auf einen Namen oder die geografische Region, wo der künftige Partner beheimatet ist.

Es dürfte sich nach Informationen von airliners.de allerdings um einen Kandidaten mit Sitz auf dem Festlandssockel Ostasiens handeln, möglicherweise Cathay Pacific Cargo oder Air China Cargo. Die angestrebte Kooperation soll noch vor dem kommenden Sommer besiegelt werden.

Von: Heiner Siegmund für airliners.de

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