Analyse zurückgewiesen

Lufthansa Cargo zieht nicht nach Hahn

01.12.2011 - 16:31 0 Kommentare

Lufthansa Cargo hat die Darstellungen des Kasseler Logistikprofessors Richard Vahrenkamp deutlich zurückgewiesen. Dieser hatte eine Analyse zu den Auswirkungen des Nachtflugverbotes vorgestellt und erklärt, eine Verlagerung der nächtlichen Frachtflüge auf den Flughafen Hahn sei für Lufthansa Cargo ohne größere Probleme darstellbar.

Karl Ulrich Garnadt - © © Lufthansa -

Karl Ulrich Garnadt © Lufthansa

Die Frachttochter der Lufthansa hat es erneut abgelehnt, den Flughafen Hahn im Hunsrück für Nachtflüge zu nutzen. Eine Verlegung der Frachterflotte wäre ökologisch und ökonomisch absurd, reagierte Lufthansa Cargo am Donnerstag auf Vorschläge des Kasseler Logistikprofessors Richard Vahrenkamp. Dieser hatte die Notwendigkeit von nächtlichen Frachtflügen aus Frankfurt bestritten. Die enge Verzahnung der Passagier- und Frachtflugzeuge am Frankfurter Flughafen bleibe die unverzichtbare Grundlage für das Geschäftsmodell des Unternehmens, erklärte der Vorstandschef von Lufthansa Cargo, Karl Ulrich Garnadt.

Lufthansa Cargo befördert nach eigener Darstellung rund die Hälfte der Fracht an Bord ihrer Passagierflugzeuge. Über die Hälfte der nach Frankfurt geflogenen Fracht werde hier im Transit in andere Flugzeuge umgeladen. Wollte man diese Mengen in einem Zwischenschritt nach Hahn fahren, würden im Jahr rund 50.000 Lastwagenfahrten zum mehr als 100 Kilometer entfernten Flughafen notwendig, argumentiert LH Cargo.

"Eine räumliche Trennung unserer Passagier- und Frachtflüge ist ökologisch wie ökonomisch absurd und weltfremd", erklärte Garnadt in einer Mitteilung. Essenziell sei zudem die Möglichkeit für einen "Nachtsprung" nach Nordamerika.

Der Cargo-Chef griff den Wissenschaftler frontal an. Vahrenkamp habe kein einziges Mal mit dem Unternehmen gesprochen. Die vorgestellte Analyse zeige die erschreckende Unkenntnis eines sogenannten Experten und enthalte zahlreiche Fehler. Keinesfalls sei es so, dass bei Lufthansa Cargo nachts keine eilbedürftige Express-Fracht umgeschlagen werde. Man biete den Kunden hingegen Umladezeiten von höchstens 180 Minuten an.

Am Frankfurter Flughafen gilt seit Ende Oktober bis zur Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts ein vorläufiges Nachtflugverbot zwischen 23.00 und 05.00 Uhr. Lufthansa Cargo sieht sich als Hauptbetroffene der Sperre und hat seine Verluste auf bis 40 Millionen Euro im Jahr beziffert. Die hessische Landesregierung hatte im Schnitt 17 Nachtflüge in der fraglichen Zeit genehmigt.

Von: dpa-AFX
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Fluglärm-Gegner. Einigung über Lärmschutz am Flughafen Frankfurt

    Die Politik einigt sich mit dem Flughafen Frankfurt und dortigen Airlines auf eine Lärmobergrenze. Kritikern ist die freiwillige Vereinbarung zu unverbindlich. Die ADV sieht den Luftverkehrsstandort Frankfurt gefährdet.

    Vom 07.11.2017
  • Der Hamburger BUND-Landesgeschäftsführer Manfred Braasch (rechts) übergibt Unterschriften der Volkspetition "Nachts ist Ruhe" an den Pressesprecher der Hamburger Bürgerschaft, Sascha Balasko. 15.000 unterschreiben Petition für Nachtflugverbot in Hamburg

    Der BUND hat der Hamburger Bürgerschaft eine Liste mit 15.000 Unterschriften pro eines Nachtflugverbots am Airport übergeben. Zwar gilt am Flughafen zwischen 23 und sechs Uhr ein Flugverbot, dies werde jedoch "mit zunehmender Häufigkeit missachtet", so der BUND.

    Vom 19.09.2017
  • Ein Passagierflugzeug landet neben dem hell erleuchteten Berlin Brandenburg Airport Willy Brandt (BER). Diskussion über BER-Nachtflugverbot kommt wieder auf

    Im Zuge der Diskussionen um eine Offenhaltung des Berliner Flughafens Tegel flammt die Diskussion um eine Verlängerung des BER-Nachtflugverbots wieder auf. Brandenburg und der Bund beharren derweil weiter auf der Tegel-Schließung.

    Vom 26.10.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus