Lufthansa Cargo kommt wohl aus den roten Zahlen

21.02.2018 - 16:46 0 Kommentare

Nach schwierigen Jahren und einem Minus in der Bilanz hat sich Lufthansa Cargo 2017 offenbar schneller erholt als erwartet. Jetzt stehen bei der Frachtgesellschaft große Investitionen an.

Peter Gerber, Chef der Lufthansa Cargo. - © © BDF -

Peter Gerber, Chef der Lufthansa Cargo. © BDF

Die Talsohle bei Lufthansa Cargo ist offenbar schneller durchschritten als erwartet: Wie die "Wirtschaftswoche" berichtet, wird die Fracht-Airline für das vergangene Jahr wieder einen Gewinn ausweisen. "Wir haben ein fulminantes Ergebnis für 2017", sagte Peter Gerber, der Chef von Lufthansa Cargo, der Zeitschrift.

Die Lufthansa-Tochter hatte 2016 ein Ergebnis (Adjusted Ebit) von minus 50 Millionen Euro hinnehmen müssen. Gerber rechnete ursprünglich erst für 2019 mit einer Rückkehr in die Gewinnzone. Auch jetzt bleibt er vorsichtig: Der Cargo-Markt sei "sehr volatil", die Entwicklung lasse sich für mehr als drei bis vier Monate nicht seriös prognostizieren. Die genauen Zahlen für die Frachtsparte werden mit dem Jahresergebnis der Lufthansa Group am 15. März bekannt gegeben.

Das Sparprogramm ist fast umgesetzt

Der Lufthansa-Cargo-Chef sieht zwei Gründe für die schnelle Besserung der Unternehmenslage: Zum einen habe sich der Markt vergangenes Jahr stark erholt. Zum anderen rief Gerber 2016 ein verschärftes Sparprogramm aus.

Dabei wurden 800 von rund 4600 Stellen bei Lufthansa Cargo gestrichen, die jährlichen Kosten sollten um 80 Millionen Euro gedrückt werden. Davon seien bereits 72 Millionen Euro erreicht, in diesem Jahr wolle er das Programm abschließen, so der Unternehmenschef.

Entwicklung bei Lufthansa Cargo seit 2010

2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Fracht in Mio. Tonnen 1,8 1,9 1,7 1,7 1,7 1,6 1,6
Umsatz in Mio. Euro 2795 2943 2688 2442 2435 2355 2084
Segmentergebnis*
in Mio. Euro
330 243 127 88 120 74 -50

*ab 2015: Adjusted Ebit. Quelle: Unternehmensangaben

Im Zuge der Einsparungen verzichtet die Cargo-Linie auf den geplanten Neubau ihres Frachtzentrums am Frankfurter Flughafen. Das hatte Gerber im November verkündet. Statt in einen milliardenteuren Neubau zu investieren, soll nun "für deutlich weniger Geld" die bestehende Anlage in mehreren Schritten modernisiert werden.

Lufthansa Cargo hatte 2016 die Flotte von 19 auf 17 Maschinen verkleinert. Jetzt steht eine Modernisierung des Flugzeugbestandes an: Die zwölf MD-11 sollen bis 2024 ausgetauscht werden.

Allerdings gebe es bisher noch keine konkreten Bestellungen, so Gerber. Für die Größenordnung, die Lufhanas Cargo benötigt, sieht er derzeit wenig Auswahl auf dem Flugzeugmarkt: Es gebe "nur noch Boeing mit der 747 und 777". Und bis Boeing von der neuen 777X eine Frachtversion herausbringe, dürften noch mindestens fünf Jahre vergehen, erwartet Gerber.

Von: pra
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