Trotz Überkapazitäten und Preisverfall auf dem Markt

Lufthansa Cargo will Frachtkosten anheben

15.09.2009 - 16:53 0 Kommentare

Lufthansa Cargo hat eine Preiserhöhung der Frachttarife um bis zu 25 Prozent angekündigt. Damit reagiert die Frachttochter offenbar auf die Verluste im ersten Halbjahr.

Beladung einer MD-11 von Lufthansa Cargo - © © dpa -

Beladung einer MD-11 von Lufthansa Cargo © dpa

Die Deutsche Lufthansa will die Preise ihrer Frachttochter Lufthansa Cargo in den kommenden Wochen schrittweise um durchschnittlich 25 Prozent erhöhen.

Damit reagiere die Frachtgesellschaft auf den massiven Nachfragerückgang infolge der weltweiten Wirtschaftskrise, erfuhr die Wirtschaftsnachrichtenagentur Dow Jones Newswires am Dienstag aus Speditionskreisen. Trotz dieser Pläne werde so nur ein Teil der dramatischen Ratenrückgänge der vergangenen Monate kompensiert.

Die rückläufige Nachfrage nach Luftfrachtkapazitäten gehe derzeit einher mit einem dramatischen Verfall der Preise, hieß es in den Speditionskreisen weiter. Diese Entwicklung habe bei Lufthansa Cargo im ersten Halbjahr bereits zu einem Verlust von 134 Millionen Euro geführt. Die gesamte Branche stehe deswegen unter Druck. Auch andere Fluggesellschaften würden im Frachtgeschäft Verluste ausweisen. Lufthansa Cargo hat ihre Kunden offenbar bereits über die geplante Erhöhung informiert.

Lufthansa Cargo halte es den weiteren Angaben zufolge außerdem für möglich, dass bei einem weiteren Andauern der gegenwärtigen Marktsituation ein Großteil der weltweiten Frachtflotte dauerhaft stillgelegt werden muss. Wirtschaftlich sei der Betrieb dieser Flugzeuge nicht mehr zu rechtfertigen, prognostiziere die Lufthansa-Tochter.

Branche will Preisverfall auffangen

Auch im Ausland versucht die Branche den Preisverfall aufzuhalten. So planen Delta, Nippon Cargo, JAL Cargo, Cargolux sowie Air France-KLM Preiserhöhungen zwischen 15 und 30 Prozent. Logistikexperten zweifeln jedoch, ob sich die neuen Tarife am Markt durchsetzen lassen. Noch gebe es deutliche Überkapazitäten. Zudem könnten die Frachttöchter der Nahost-Airlines Emirates, Etihad oder Qatar Airways versuchen, ihre Marktmacht über weiterhin niedrige Preise auszubauen.

Ein weiterer Risikofaktor sind die Kartellbehörden, die seit 2006 bereits gegen mehrere Airlines wegen Preisabsprachen vorgegangen sind. Eine neue Preisinitiative mehrerer Fluggesellschaften ist daher sehr risikobehaftet.

Von: ddp, airliners.de
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