Lufthansa Cargo erwartet Wachstumsschub in Nordamerika

22.11.2016 - 12:16 0 Kommentare

Nach schwachen Jahren sieht Lufthansa Cargo beim Geschäft in Nordamerika nun wieder positive Zeichen. Im kommenden Jahr wird nicht nur ein klares Mengenwachstum erwartet. Für die positive Stimmung gibt es mehrere Gründe.

Eine MD-11F der Lufthansa Cargo wird beladen. - © © AirTeamImages.com - Felix Gottwald

Eine MD-11F der Lufthansa Cargo wird beladen. © AirTeamImages.com /Felix Gottwald

Seit 2014 ist das Geschäft der Lufthansa Cargo in Nordamerika aufgrund des dortigen schwachen Marktes rückläufig. Schlimmer noch: Die Transportpreise pro Kilogramm gingen wegen des Überangebots an Beförderungskapazität um 15 Prozent zurück, berichtete Cargoforwarder.eu. Doch jetzt sieht der Frachtkranich Licht am Ende des Tunnels. "Wir erwarten ein klares Mengenwachstum in 2017 und eine Steigerung unseres Marktanteils", sagt Bernhard Kindelbacher, Amerika-Chef von Lufthansa Cargo.

Er beziffert den Marktanteil seiner Frachtlinie auf Strecken von Nordamerika nach Europa auf rund 14 Prozent, was ein Spitzenplatz ist. Nordamerika ist nach China der zweitstärkste internationale Markt der Gesellschaft weltweit.

© AirTeamImages.com, Felix Gottwald Lesen Sie auch: Lufthansa Cargo verzeichnet Gewinneinbruch in Millionenhöhe

Hoffnung machen der Frachtfluglinie der in den vergangenen Wochen registrierte Wiederanstieg der Tonnage auf Routen von Nordamerika nach Europa sowie eine Marktstudie der Unternehmensberatung Seabury. Darin wird für die USA nach zwei rückläufigen Jahren ein Wachstum des Luftfrachtmarktes in 2017 von durchschnittlich drei Prozent prognostiziert.

Als Hauptgründe werden in der Analyse die erwartete Zunahme der industriellen Produktion in Verbindung mit dem Erstarken von Sektoren wie der pharmazeutischen Industrie, der Textilwirtschaft sowie einer anziehenden Konsumgüternachfrage genannt. Die Analyse wurde allerdings vor der Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten erstellt, wodurch Veränderungen der von Seabury ermittelten wirtschaftlichen Parameter und deren Folgen für die Luftfracht nicht ausgeschlossen werden können, sollte die Trump-Regierung einen protektionistischen Wirtschaftskurs fahren.

Wiedererstarken der Industrieproduktion

Vor allem das sich bereits seit Monaten abzeichnende sukzessive Wiedererstarken industrieller Fertigung in den USA wird nach Ansicht der Lufthansa Cargo die Luftfrachttransporte beleben. "Mehr Produktion bedeutet auch einen steigenden Bedarf der Firmen an Bauteilen und Ausrüstungsgütern, die von international agierenden Zulieferern beigesteuert werden", so Manager Kindelbacher von Lufthansa Cargo.

Einen Schub bei Tonnage und Umsätzen erwartet er als Ergebnis des bevorstehenden Transportabkommens mit United Airlines Cargo. Beide Seiten seien derzeit in den Endverhandlungen über ein Partnerschaftsabkommen, das die gemeinsame Nutzung der jeweiligen Beförderungskapazität beider Fluglinien auf Strecken über dem Nordatlantik zum Ziel hat.

Sobald paraphiert, kann Lufthansa Cargo eigene Sendungen auf Flügen von United buchen, umgekehrt gilt das ebenso. Aufgrund der umfassenden Netzwerke beider Fluglinien "können wir Frachtkunden ab Beginn des Strecken-Joint-Ventures insgesamt 45.000 Kombinationen von Abflug- und Zielorten anbieten", hebt Kindelbacher hervor.

Newark wird größte Station in den USA

Da United neben ihrem Hauptflughafen Chicago vor allem in Newark und Washington Drehkreuze betreibt, wird die Nordamerika-Vertretung der Lufthansa Cargo ihre Vertriebsaktivitäten wegen der Mitnutzung der Kapazität von UAL künftig stärker auf diese Hubs ausrichten. Bislang konzentriert sich der Frachtkranich im Ostteil der USA vor allem auf New York (JFK). Dort landet die Gesellschaft fünfmal wöchentlich ex Frankfurt mit Frachtflugzeugen. Für die Mitnahme von Luftfracht in den Unterflurkammern hinzu kommen täglich vier Passagierflüge ex FRA und MUC nach JFK sowie drei weitere zum benachbarten Newark in New Jersey, davon einer ex DUS. "Sobald das Abkommen mit United steht, wird Newark unsere größte Station in den USA", sagt Kindelbacher.

Das mit United geplante Joint-Venture zwecks gemeinsamer Kapazitätsnutzung der Flotten für Luftfrachttransporte basierend auf einheitlichen Beförderungstarifen wäre der dritte Pakt dieser Art, den die Lufthansa Cargo bisher gezeichnet hat. Vorläufer waren die im Sommer 2015 geschlossene Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit der Frachtdivision der japanischen All Nippon Airways (ANA) und das vergangenen Mai geschlossene Bündnis mit Cathay Pacific.

© Lufthansa Cargo, Lesen Sie auch: Lufthansa Cargo schließt Partnerschaft mit Cathay Pacific

Durch die Kooperationen erweitern die beteiligten Gesellschaften ihre Transportnetze erheblich und können ihren Kunden eine deutlich schnellere Beförderung ihrer Sendungen durch mehr Nonstop-Flüge anbieten. So beispielsweise von Tokio nach London durch ANA Cargo, statt von Tokio via Frankfurt nach Heathrow durch Lufthansa Cargo.

Von: Heiner Siegmund für airliners.de
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