Lufthansa Cargo rechnet erst wieder 2019 mit Gewinn

29.03.2017 - 16:40 0 Kommentare

Lufthansa Cargo verbucht für 2016 einen Verlust. In die Gewinnzone wird die Frachtfluglinie wohl erst wieder 2019 kommen, so Airline-Chef Peter Gerber. Inzwischen wird das Sparprogramm weiter vorangetrieben.

Peter Gerber, Vorstandsvorsitzender von Lufthansa Cargo - © © Lufthansa Cargo -

Peter Gerber, Vorstandsvorsitzender von Lufthansa Cargo © Lufthansa Cargo

Die Frachtfluglinie Lufthansa Cargo steckt trotz voller Maschinen in der voraussichtlich längsten Verlustphase ihrer Geschichte. Nach tiefroten Zahlen im vergangenen Jahr werde das Unternehmen erst 2019 auf ein "normales" Gewinn-Niveau zurückkehren, sagte der Chef der Lufthansa-Tochter, Peter Gerber.

In diesem Jahr, so Gerber, werde sich der operative Verlust leicht verringern, 2018 dürfte es gerade so zurück in die schwarzen Zahlen gehen. Nie zuvor habe Lufthansa Cargo zwei Verlustjahre in Serie verbucht, sagte Finanzchef Martin Schmitt.

50 Millionen Euro Verlust

Wie bereits vor zwei Wochen im Geschäftsbericht der Lufthansa Group zu lesen war, lag der operative Verlust (adjusted Ebit) der Lufthansa Cargo im vergangenen Jahr bei 50 Millionen Euro. In den Vorjahren hatte die Gesellschaft hier teils mehr als 100 Millionen Euro verdient. Den Einbruch begründete die Logistiktochter mit dem Preiskampf in der Branche und den Kosten des Sanierungsprogramms.

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Letzteres soll das Ergebnis um 80 Millionen Euro nach oben treiben. Neben reinen Kostensenkungen baut Gerber auf neue Angebote und eine stärkere Digitalisierung des Geschäfts. Wie bereits bekannt, sollen weltweit rund 800 Jobs gestrichen werden. Die Mitarbeiterzahl sank zum Jahresende auf gut 4500. 2015 waren es noch 0,5 Prozent mehr.

Cargo-Flotte im Umbau

Derweil sortiert das Unternehmen noch mehr ältere Frachtflugzeuge vom Typ MD-11 aus. 2016 schrumpfte die tatsächlich fliegende Cargo-Flotte von 19 auf 17 Jets. Ende dieses Jahres sollen es noch 16 sein.

Weitere neue Exemplare der Boeing 777, für die Lufthansa Cargo noch Kaufoptionen in der Schublade hat, könnten bei dem Ableger Aerologic landen, dem Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa Cargo und der Deutschen Post DHL. Entschieden sei jedoch noch nichts, sagte Gerber. Derzeit werde die "Weiterentwicklung" von Aerologic geprüft.

"LCCneo"-Zukunft ungewiss

Ob und in welcher Form Lufthansa Cargo das seit Jahren ersehnte neue Frachtzentrum "LCCneo" erhält, bleibt weiter offen. "Wir denken darüber nach, ob und wie wir das LCCneo modular aufbauen können und was das erste Modul sein müsste", sagte Gerber. Eine Entscheidung erwartet er für Ende 2017 oder Anfang 2018.

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Die Lufthansa hatte die Investition in den Neubau 2015 auch wegen durchwachsener Aussichten im Frachtgeschäft um mindestens zwei Jahre verschoben. Nach den bisherigen Planungen sollte das Frachtzentrum rund eine Milliarde Euro kosten.

Von: cs, dpa
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