Vor 777F-Auslieferung

Lufthansa Cargo trotzt der Krise

05.12.2012 - 12:30 0 Kommentare

Trotz der schwierigen Marktlage wird die Lufthansa Cargo in diesem Jahr einen operativen Gewinn erzielen. Doch insgesamt betrachtet war es für die Airline kein einfaches Jahr.

MD-11 der Lufthansa Cargo - © © AirTeamImages.com - Simon Willson

MD-11 der Lufthansa Cargo © AirTeamImages.com /Simon Willson

Die Frachttochter der Lufthansa wird auch im laufenden Geschäftsjahr einen operativen Gewinn erzielen. Dieser lag nach den ersten drei Quartalen bei 66 Millionen Euro. "Bei den Erträgen bleiben wir die Nummer Eins unter den europäischen Frachtfluggesellschaften", sagte Vertriebsvorstand Andreas Otto gestern Abend auf einer Veranstaltung seiner Gesellschaft in Frankfurt. Als Beispiel verwies er auf die Konkurrenten Air France-KLM-Martinair Cargo und Cargolux, die beide in den ersten neun Monaten 2012 deutliche Verluste eingeflogen haben.

Zugleich kritisierte Otto die Wettbewerbsbedingungen am Luftfahrtstandort Deutschland, die sich negativ auf die Ertragssituation seiner Airline auswirkten. So habe die Luftfahrt kaum Rückendeckung durch die hiesige Politik, und es werde staatlicherseits zu wenig in den Erhalt und den Ausbau der Infrastruktur investiert. Zudem würden die Betriebszeiten von Flughäfen immer stärker eingeschränkt, kritisierte der Manager. Allein das Nachtflugverbot in Frankfurt koste LH Cargo dieses Jahr rund 40 Millionen Euro. "Dennoch haben wir zum Rhein/Main-Flughafen wegen der Vernetzung unserer Transporte mit den Flügen der Lufthansa Passage keine Alternative", sagte Otto.

Das Gesamtaufkommen der Luftfracht von etwa 1,7 Millionen Tonnen wird jeweils zu rund 50 Prozent von Frachtflugzeugen und in den Cargoräumen der Passageflotte transportiert, wobei die Masse der Umladungen von Sendungen am Drehkreuz Frankfurt erfolgen.

Von den insgesamt 18 MD-11-Frachter der LH Cargo wurden wegen des weltweit rückläufigen Transportaufkommens bereits vor Monaten zwei Flugzeuge temporär aus der Flotte genommen. Sie werden voraussichtlich im Laufe des kommenden Jahres wieder eingeflottet, sollte sich der Frachtmarkt erholen. In dem Fall würde die Flotte der Cargo auf zwanzig Frachter anwachsen, da die Gesellschaft in 2013 die ersten zwei von fünf fabrikneuen Boeing 777F in Dienst stellen wird.

Der weltweite Luftfrachtmarkt werde sich auch im kommenden Jahr eher schleppend entwickeln. Erst für 2014 sei mit einer deutlichen Belebung zu rechnen, lautet die Prognose von Otto.

Von: Heiner Siegmund, cargoforwarder.eu
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