Frachtzuwachs erwartet Lufthansa Cargo plant Flottenausbau

30.11.2010 - 09:58 0 Kommentare

Lufthansa Cargo geht davon aus, dass der Markt für Luftfracht in den kommenden Jahren weltweit wachsen wird. Um daran "überproportional teilhaben" zu können, will die Frachtfluggesellschaft 2011 eine Entscheidung über die Anschaffung weiterer Flugzeuge treffen.

Luftfrachtverladung in einer MD-11F der Lufthansa Cargo - © © Fraport -

Luftfrachtverladung in einer MD-11F der Lufthansa Cargo © Fraport

Die Frachtfluggesellschaft Lufthansa Cargo will nach ihrem tiefen Fall und dem Aufstieg nach der Krise ihre Flotte deutlich vergrößern. "Wir brauchen bis 2015 die Kapazität von zusätzlichen sechs Fliegern des Typs MD-11", sagte Cargo-Vertriebsvorstand Andreas Otto am Montagabend vor Journalisten in Frankfurt.

Eine Entscheidung des Aufsichtsrates werde voraussichtlich im Frühjahr oder Sommer 2011 fallen. Für die kommenden anderthalb Jahrzehnte erwartet der Manager, dass der Markt für Luftfracht weltweit im Schnitt um 4,6 Prozent pro Jahr wächst. Daran wolle Lufthansa Cargo überproportional teilhaben. 2010 erwartet die Cargo-Führung den höchsten Gewinn aller Zeiten.

Flugzeugtyp noch offen

Derzeit betreibt die Tochter von Europas größter Fluggesellschaft Lufthansa 18 Frachtmaschinen vom Typ MD-11. Das 19. Exemplar verlor das Unternehmen im Juli bei einer Bruchlandung in Saudi-Arabien. Die Flotte wuchs in diesem Jahr faktisch dennoch: So holte die Gesellschaft wegen der boomenden Nachfrage vier Flieger aus der Wüste zurück, wo sie sie in der Wirtschaftskrise geparkt hatte.

Der Ableger AeroLogic, den Lufthansa Cargo zusammen mit der Deutschen Post betreibt, wird seine Flotte noch vor Weihnachten und damit binnen zwölf Monaten von vier auf acht Maschinen verdoppelt haben.

Über den Typ der neuen Flieger ist laut Otto noch nicht entschieden. Gemessen an der Kapazität von sechs MD-11 könne es sich auch um vier Boeing 747 oder fünf Boeing 777 handeln. Die erste Maschine will der Vorstand schon 2011 in Betrieb nehmen.

Weil die EADS-Tochter Airbus und Boeing wegen überlaufender Auftragsbücher nicht schnell genug liefern können, hat Otto gebrauchte Flieger und umgebaute Passagiermaschinen im Auge. Diese könnten auch von der Mutter Lufthansa stammen.

Wachstum bei der Luftfracht erwartet

Für die kommenden Jahre zeigte sich Otto zuversichtlich, dass der Frachtmarkt weiter wächst. Auch eine Verschärfung der Kontrollen dürfte das Wachstum seiner Darstellung nach nicht wesentlich bremsen. Zwischen 2012 und 2015 erwartet der Manager ein Wachstum von 5 Prozent pro Jahr, bis 2026 sollten es im Schnitt 4,6 Prozent sein.

Unter den Hauptkunden, der Auto-, Technologie- und Textilbranche, dürfte laut Otto vor allem der Pharmamarkt deutlich zulegen. Ihren Standort Hyderabad in Indien will Lufthansa Cargo deshalb zu einem Drehkreuz für Pharmasendungen ausbauen.

An seinem Heimatflughafen in Frankfurt investiert das Unternehmen in ein Frachtgebäude für temperaturempfindliche Güter - auch dieses sei fast durchweg für Arzneimittel gedacht, sagte Otto. Zudem sollen hier zusätzliche Jobs entstehen.

Die Logistikbranche gilt als Frühindikator in der Wirtschaftsentwicklung. Lufthansa Cargo war von der Wirtschaftskrise schwer getroffen worden. Der Umsatz brach 2009 um ein Drittel ein, das Unternehmen flog tief in die roten Zahlen. Erst nach mehr als einem Jahr hob der Vorstand die Kurzarbeit für die Belegschaft auf. Jetzt sucht das Unternehmen wieder Mitarbeiter.

Investitionen in Frankfurt weiter unklar

Mit größeren Investitionen am Frankfurter Flughafen will Lufthansa Cargo aber weiterhin warten, bis Klarheit über die künftige Nachtflugregelung herrscht. Die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig erwartet Otto bis Herbst 2011. Lufthansa Cargo will ein neues Frachtzentrum bauen, da die bisherigen Anlagen völlig veraltet seien.

Da das Unternehmen Nachtflüge für unabdingbar hält, liegt die Investitionsentscheidung seit Jahren auf Eis. Laut Otto kommt Lufthansa Cargo um einen Neubau letztlich nicht herum. Je nach Zahl der erlaubten Nachtflüge könne der Bau allerdings auch wesentlich kleiner ausfallen als ursprünglich gedacht, sagte er.

Von: dpa-AFX
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