Lufthansa Cargo will MD-11 bis 2024 ersetzen

13.11.2017 - 10:28 0 Kommentare

Lufthansa Cargo plant die Flottenverjüngung und damit den Austausch der betagten MD-11 gegen neue Frachter. Die Kapazität soll dabei gleich bleiben. Neben der 777F erwägt Lufthansa auch eine mögliche Alternative von Airbus.

Nächtliche Beladung einer MD-11F der Lufthansa Cargo am Flughafen Frankfurt/Main - © © dpa - Marc Tirl

Nächtliche Beladung einer MD-11F der Lufthansa Cargo am Flughafen Frankfurt/Main © dpa /Marc Tirl

Lufthansa Cargo will bis 2024 ihre Flotte erneuert haben. Die Transportkapazität der aktuell betriebenen Frachterflotte soll dabei 1 zu 1 ersetzt werden. Wie Lufthansa-Cargo -Vorstandschef Peter Gerbers in der jüngsten Ausgabe des Fachportals "CargoForwarder Global" sagt, plant seine Gesellschaft die Anschaffung von acht oder neun Boeing 777F als Ersatz für die alternden MD-11F.

Der Teilumbau der Frachterflotte soll spätestens bis 2024 abgeschlossen sein, denn "wir betreiben prinzipiell keine Flugzeuge, die älter als 25 Jahre sind", sagt Gerber. Die letzte von Hersteller Boeing an Lufthansa ausgelieferte MD-11F fliegt seit 2001 im Einsatz der Frachtairline.

Lufthansa Cargo schielt auf A350-Frachter

Ob die neuen Frachtflugzeuge gekauft oder geleast werden, lies der Manager dabei offen. Als Alternative zur Boeing 777F warte Lufthansa Cargo ab, ob Airbus eine Frachterversion der A350 auf den Markt bringt. "Die könnte für uns durchaus von Interesse sein", so Gerber.

Aktuell betreibt Lufthansa Cargo 17 Frachtflugzeuge, davon zwölf MD-11F und fünf Boeing 777F. Auf diese entfallen derzeit rund 55 Prozent des jährlich beförderten Gesamtvolumens von gut 1,6 Millionen Tonnen, während 45 Prozent der im Auftrag von Lufthansa Cargo geflogenen Tonnage in den Unterflurkammern der Passagierflotte des Luftfahrtkonzerns transportiert wird.

DHL-Jointventure Aerologic soll weitergeführt werden

Zugleich gab Gerber bekannt, dass Lufthansa Cargo sich mit DHL Express einig sei, den Vertrag für die Leipziger Frachtfluggesellschaft Aerologic zu verlängern. Dies wollen die beiden Anteilseigner (50-50%) in der ersten Hälfte 2018 erledigen, damit gut ein Jahr vor Ende des seit 2008 existierenden Kontraktes.

"Seit dem Erstflug der Gesellschaft in 2009 läuft der Flugbetrieb geräuschlos, effizient und pünktlich". Durch die 2015 zuerkannten Flugrechte zwischen Hongkong und Cincinnati sowie die Genehmigung der russischen Behörden, Aerologic den Status einer Linienfluggesellschaft zu geben, entfallen aufwendige und kostspielige Genehmigungen für das Überfliegen russischen Gebiets auf Verbindungen zwischen Europa und Fernost. "Diese Entscheidungen haben die Wettbewerbsfähigkeit von Aerologic deutlich gesteigert", betont Gerber.

Entscheidung gegen den Trend

Mit der Entscheidung für den weiteren Betrieb einer beachtlichen Anzahl von Cargoflugzeugen wiedersetzt sich Lufthansa Cargo auch in Zukunft einem universalen Trend. Dieser lautet: Mehr Frachttransporte im Rumpf von Passagierflugzeugen bei gleichzeitigem Abbau der Frachterflotte. So erfolgt bei der IAG (British Airways), Air France-KLM-Martinair oder bei der lateinamerikanischen Linie LATAM, um nur diese Beispiele zu nennen.

© Lufthansa Cargo, Jannah Baldus Lesen Sie auch: Lufthansa Cargo ist wieder optimistischer

Angesprochen auf die kürzlich erfolgte Übernahme von 9,6 Prozent der Anteil an Cathay Pacific durch Qatar Airways, reagiert Gerber gelassen. "Ich sehe durch diesen Schritt keinerlei Auswirkungen auf unsere bilateralen Gemeinschaftsdienste mit Cathay Cargo" so der Manager. Diese sind seit Anfang 2017 wirksam und basieren auf Tonnage- und Umsatzteilung auf Strecken zwischen Hongkong und Europa.

Von: Heiner Siegmund für airliners.de
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