Lufthansa Cargo muss Flugplan ausdünnen

28.05.2019 - 15:50 0 Kommentare

Lufthansa Cargo kündigt eine Reduzierung der Kapazitäten an. Grund ist die weltweite gesunkene Nachfrage. Ein neues Sparprogramm ist noch nicht angekündigt. Aber es werden weitere MD-11 ausgeflottet.

Eine MD-11F der Lufthansa Cargo wird beladen. - © © AirTeamImages.com - Felix Gottwald

Eine MD-11F der Lufthansa Cargo wird beladen. © AirTeamImages.com /Felix Gottwald

Lufthansa Cargo hat angekündigt, ihr Kapazitätsangebot im zweiten und dritten Quartal des Jahres zu reduzieren. Damit reagiere der Logistiker auf die weltweit schwächere Nachfrage im Luftfrachtmarkt, wie die Lufthansa Tochter mitteilte.

"Wir werden die Marktentwicklung weiterhin aufmerksam beobachten und unser Angebot bedarfsgerecht und flexibel steuern", so Lufthansa-Cargo-Chef Peter Gerber. Gleichzeitig betonte Gerber, dass man einen wirtschaftlichen sicheren Betrieb gewährleisten könne, da man sich schon frühzeitig auf die sich "normalisierende Nachfrage am Markt" einstellen konnte.

Gleichzeitig teilte das Unternehmen mit, dass die angekündigte Flottenerneuerung nach Plan laufe. So habe man in diesem Frühjahr bereits zwei neue Boeing 777-Frachter eingeflottet. Zwei MD-11-Frachter sollen die Flotte nun bis Jahresende verlassen.

Brexit und drohender Handelskrieg senken Nachfrage

Der airliners.de-Frachtexperte Heiner Siegmund bezeichnet die "flexible Reaktion" von Lufthansa Cargo als "nachvollziehbar". Denn das Herausnehmen von Frachtern aus einigen Strecken und für eine bestimmte Zeit dürfte wenig Auswirkungen auf die Kunden haben. Transportleistungen bleiben gewährleistet, weil rund die Hälfte der Lufthansa-Cargo-Kapazitäten ohnehin in Unterflurkammern der Lufthansa-Passage-Flieger befördert werden. Das spare Kosten und reduziere die Transport-Überkapazitäten im Markt.

Die Gründe für den weltweiten Nachfragerückgang seien divers, so der Experte. Da wären zum einen die Unsicherheiten der Märkte über weitere weltwirtschaftliche Entwicklungen, wie dem unklaren Brexit oder dem drohenden Handelskrieg zwischen den USA und China.

Zudem wirke sich auch die Erhöhung der Treibstoffpreise negativ auf die Nachfrageentwicklung aus. Gleichzeitig habe der Ratendruck zugenommen, was die Transportnachfrage reduziere und am Ende zu einem Preisrückgang führe. Auch seien die Transportmengen auf den europäischen Kernstrecken zwischen China, Europa und den USA rückläufig, so Siegmund.

Sparprogramm erst im vergangenen Jahr beendet

Lufthansa Cargo ist Krisen erprobt. Bereits 2015/16 war die Fluggesellschaft gezwungen, aufgrund des wirtschaftlichen Abschwungs Kapazitäten auszudünnen. Damals legte die die Airline kurzfristig einige Frachter still und legte zusätzlich das Sparprogramm C40 auf. In der Folge wurden Jobs abgebaut. Erst im vergangenen Jahr wurde das Programm wegen guter Zahlen wieder beendet.

Ein Sparprogramm kündigte Lufthansa Cargo bisher nicht an. Stattdessen geht man wohl davon aus, dass die Nachfrage wieder steigen wird. So sagte es CEO-Gerber zumindest zuletzt im Rahmen der Bilanz-Pressekonferenz im März. Der Markt werde wieder anziehen und die aktuelle Kontraktion sei vorübergehend.

© Lufthansa, Lesen Sie auch: Lufthansa Cargo blickt optimistisch auf 2019

Vor allem das E-Commerce-Geschäft soll dann das Wachstum treiben. Spezialprodukte werden den Angaben nach auch weiterhin geflogen und nicht per Schiff oder anderweitig transportiert.

Von: br
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