Luftfracht als Frühindikator Lufthansa Cargo erwartet Erholung

14.12.2012 - 10:15 0 Kommentare

Lufthansa Cargo sieht Anzeichen dafür, dass die tiefe Krise im Luftfrachtgeschäft bald überwunden ist. Dennoch erwartet die Airline einen Wandel im Luftfrachtgeschäft und macht sich fit für die Zukunft.

Nächtliche Beladung einer MD-11F der Lufthansa Cargo am Flughafen Frankfurt/Main - © © dpa - Marc Tirl

Nächtliche Beladung einer MD-11F der Lufthansa Cargo am Flughafen Frankfurt/Main © dpa /Marc Tirl

Lufthansa Cargo erwartet eine Erholung im Luftfrachtgeschäft. "Es gibt erste Signale, dass sich der Export aus China nach zwei schweren Jahren stabilisiert", sagte Cargo-Chef Karl-Ulrich Garnadt der "Süddeutschen Zeitung" (Freitagausgabe). "Wir rechnen mit einem Boden, wenn nicht sogar mit steigender Nachfrage."

Die Nachfrage war Anfang 2011 zuerst in China eingebrochen, und hatte sich auf Indien und die wichtigen Nordatlantikstrecken ausgeweitet. Die Luftfracht gilt als Frühindikator sowohl für den Luftverkehr als auch für die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt.

In diesem Jahr baute Lufthansa Cargo bereits Kapazität ab und fliegt statt mit 18 derzeit nur mit 16 Frachtern. Außerdem hat das Unternehmen Verträge mit anderen Anbietern gekündigt. Das Fracht-Volumen wird deswegen 2012 voraussichtlich um acht Prozent sinken. Auch der Gewinn wird deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen.

Cargo zählt dennoch derzeit zu den starken Sparten des Lufthansa-Konzerns. Das Passagiergeschäft schwächelt weiter und wird voraussichtlich im Gesamtjahr Verluste machen. Lufthansa Cargo befördert etwa die Hälfte der Tonnage in den eigenen Frachtern, die andere Hälfte kommt in den Bäuchen der Passagiermaschinen unter.

Garnadt rechnet mit einer Auslese in der Cargofracht wegen der Notwendigkeit, in moderne Verfahren zu investieren. "Es wird einen großen Wandel mit hohem Investitionsbedarf geben, der viele vor die Frage stellt, ob sie da noch mitmachen wollen - oder können."

Lufthansa Cargo wird daher trotz des Sanierungsprogramms "Score" kräftig investieren. Etwa 100 Millionen Euro steckt die Tochtergesellschaft in neue IT. Das Lufthansa Cargo Center soll von 2017 an die veralteten Hallen ersetzen, in denen derzeit noch die Fracht auf Paletten gebündelt wird. Am teuersten ist der Einstieg in die Flottenerneuerung. In neun Monaten soll der erste von zunächst fünf neuen Boeing 777-Frachtern ausgeliefert werden.

Von: dpa-afx
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