Lufthansa Cargo will wohl weiteren Boeing-777-Frachter anschaffen

12.03.2018 - 16:26 0 Kommentare

Lufthansa Cargo plant offenbar die Anschaffung einer neuen Maschine - für Aerologic. Indes führt die Kranich-Tochter testweise Gebühren für Frachtdokumente in Papierform ein.

AeroLogic Boeing 777F - © © Lufthansa - Uwe Schossig

AeroLogic Boeing 777F © Lufthansa /Uwe Schossig

Lufthansa Cargo ist nach Informationen von "CargoForwarder Global" in fortgeschrittenen Verhandlungen zwecks Übernahme eines Boeing-777-Frachters. Noch sei allerdings offen, ob die Maschine geleast oder gekauft wird.

Fest steht indes, dass die Leipziger Tochter Aerologic den Frachter betreiben wird. Damit erhöht sich die Anzahl der von ihr betriebenen Frachtflugzeuge des Boeing-Typs 777F auf insgesamt elf.

Von den heutigen zehn Frachtern fliegen acht im Auftrag der Aerologic-Anteilseigner DHL Express und Lufthansa Cargo, während die übrigen zwei 777 ausschließlich für DHL Express im Einsatz sind.

Lufthansa Cargo selbst betreibt eine Flotte bestehend aus zwölf MD-11-Frachtern und fünf Boeing 777-Frachtern. Unklar ist derzeit noch, wann die zusätzliche 777F zum Einsatz kommt. Es könnte sehr bald sein oder sich bis zur zweiten Jahreshälfte noch hinziehen, erfuhr airliners.de aus Lufthansa-Quellen.

Papierkunden werden zur Kasse gebeten

Wie der Frachtflieger jetzt ankündigte, wird er ab Anfang April Gebühren von sämtlichen nationalen und internationalen Kunden kassieren, die bei der Sendungsabwicklung ihre Frachtdokumente in Papierform vorlegen.

Sie zahlen in der ab kommendem Monat startenden Einführungsphase zunächst nur einen Euro respektive US-Dollar pro Sendung für nicht digitalisierte Begleitpapiere, während zu Beginn der zweiten Phase im Oktober zwölf Euro von Lufthansa Cargo verlangt werden.

"Wir wollen auf diesem Wege die überfällig Digitalisierung der Luftfracht endlich nachhaltig voranbringen", begründete Produkt- und Vertriebsvorstand Alexis von Hoensbroech die jetzt getroffene Entscheidung. Nach seiner Aussage liegt der Anteil der elektronisch übermittelten Sendungsbegleitdokumente bei der LH Cargo derzeit lediglich bei etwas über 50 Prozent.

Diesbezüglich sprach von Hoensbroech von einem "jämmerlichen Ergebnis" nach nunmehr zehnjähriger Praxis der Branche mit der elektronischer Übermittlung von Frachtdaten.

Statt die papierlose Datenübermittlung durch die Erhebung von Gebühren zu fördern, hatten Speditionsverbände im Vorfeld einen Bonitätsansatz in die Diskussion gebracht. Demzufolge sollten Airlines jenen Speditionsunternehmen einen finanziellen Bonus einräumen, die ihre Sendungsdaten elektronisch übermitteln. Dieser dürfte durch das Vorpreschen der Lufthansa Cargo, die damit auch Vorreiter der gesamten Branche ist, ab jetzt vom Tisch sein, so Branchenkenner.

Von: Heiner Siegmund für airliners.de
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