Lufthansa Cargo begutachtet neuen 777-Frachter

14.10.2013 - 11:44 0 Kommentare

Eine Delegation der Lufthansa Cargo hat Ende vergangener Woche den ersten von fünf fest bestellten Boeing-777-Frachtern auf dem Werksgelände des US-Herstellers in Everett bei Seattle in Augenschein genommen.

Boeing 777F für Lufthansa Cargo

Boeing 777F für Lufthansa Cargo
© Lufthansa Cargo - Bernie Leighton

Boeing 777F für Lufthansa Cargo

Boeing 777F für Lufthansa Cargo
© Lufthansa Cargo - Bill Shemley

Boeing-777-Frachter auf dem Werksgelände des US-Herstellers in Everett bei Seattle.

Boeing-777-Frachter auf dem Werksgelände des US-Herstellers in Everett bei Seattle.
© Heiner Siegmund

Lufthansa Cargo bereitet sich auf die Einflottung der ersten Boeing 777F vor. Cargo-Chef Karl Ulrich Garnadt sagte vergangene Woche in Seattle, dass die 777F Basis für die weitere Ergebnisverbesserung des Unternehmens seien. Die Flugzeuge würden im Schnitt rund 20 Prozent weniger Kerosin als die MD-11F verbrauchen, seien dadurch deutlich wirtschaftlicher und umweltverträglicher. Zudem seien sie erheblich leiser als die MD-11F, was für die Anwohner speziell Rhein-Mains eine substanzielle Entlastung von Fluglärm darstelle.

Das erste Flugzeug des für die Lufthansa Cargo neuen Typs soll nun am 1. November in Frankfurt eintreffen. Im Rahmen einer Willkommenszeremonie soll das Flugzeug getauft werden und neun Tage später in den Liniendienst gehen. Der erste kommerzielle Flug führt von Rhein-Main nach Atlanta, Georgia, dem Umläufe zwischen Frankfurt und Chicago sowie New York (JFK) folgen werden. Die zweite von fünf fest bestellten 777F befindet sich zurzeit in der Endmontage im Boeing-Werk und soll ab Anfang Dezember ebenfalls ab Frankfurt eingesetzt werden. Dann folgen die Umläufe Frankfurt – Chicago – Los Angeles – Frankfurt, Frankfurt – Toronto – Houston – Manchester – Frankfurt sowie die Strecke Frankfurt – Mumbai.

Angesprochen auf die von der Lufthansa gezeichneten Optionen für weitere fünf 777F verwies Garnadt darauf, dass derzeit völlig offen sei, ob seine Airline diese in Festbestellungen umwandeln werde oder nicht. „Sie sind nicht gerade billig, und das Geld müssen wir erst einmal verdienen“. Die Entscheidung darüber hänge von der konkreten Marktentwicklung ab. Diese kann im Jahresabstand getroffen werden, für die potenziell sechste 777F im September 2014, für die nachfolgenden vier Einheiten jeweils in den Folgejahren bis 2018.

Zudem werde bis 2015 je nach Marktentwicklung entschieden, ob im Gegenzug MD-11F ausgeflottet werden, sobald die fest bestellten Boeing 777F übernommen worden sind oder ob die Triple-Seven-Frachter die MD-11-Flotte ergänzen sollen, wodurch die Transportkapazität bei LH Cargo deutlich wachsen würde. Fest steht bislang lediglich, dass die ersten beiden 777F zwei MD-11 ersetzen werden. Für eine der MD-11F gibt es nach Aussage von Nico Buchholz, dem Flottenchef des LH-Konzerns, bereits eine feste Kaufabsicht einer Airline, während die andere voraussichtlich von einem Interessenten für den Ausbau und die Wiederverwertung von Ersatzteilen genutzt werden soll.

"Score"-Sparziele schon erreicht

Zudem verwies Garnadt darauf, dass das im Februar 2012 vom Lufthansa-Konzern verkündete Sparprogramm "Score" sich für die Frachttochter Cargo bereits ausgezahlt habe. "Hätten wir nicht ,Score´, stünden wir finanziell längst nicht dort, wo wir uns heute befinden", sagte der Airline-Chef. Dies belege der im ersten Halbjahr 2013 erzielte operative Gewinn von 62 Millionen Euro.

Lufthansa Cargo sei damit die einzige der größeren europäischen Airlines, die schwarze Zahlen mit der Beförderung von Luftfracht einfliegt. Dies zeigen die teilweise massiven Verluste ihrer direkten Wettbewerber Air France-KLM-Martinair Cargo, der IAG-Partner (International Airlines Group) British Airways und Iberia Cargo sowie Cargolux.

Neben "Score" nannte Garnadt als positiven Ergebnisfaktor die sehr flexibel gestalteten Routen- und Marktstrategie seiner Airline, wodurch sie auf wirtschaftliche Veränderungen umgehend reagieren könne. Der Manager hob hervor, dass die Mitarbeiter der Cargo das Sparprogramm voll mitgetragen und bislang Punkt für Punkt umgesetzt haben.

Laut Konzernvorgabe soll die Lufthansa bis 2015 insgesamt 2,3 Mrd. Euro einsparen, davon die Cargo 50 Millionen. Trotz des vorzeitigen Erreichens dieses Ziels würden die noch offenen Felder von "Score" von seinem Unternehmen weiterhin konsequent umgesetzt, versicherte Garnadt.

Von: Heiner Siegmund für airliners.de
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