Lufthansa startet eigenes Buchungssystem für Großkunden

01.09.2016 - 15:27 0 Kommentare

Vor einem Jahr hat die Lufthansa die GDS-Gebühr eingeführt. Jetzt bringt sie - wie angekündigt - ein eigenes Buchungssystem für Großkunden an den Start. Einen ersten Kunden gibt es bereits.

Das Logo der Fluggesellschaft Lufthansa. - © © dpa - Andreas Gebert

Das Logo der Fluggesellschaft Lufthansa. © dpa /Andreas Gebert

Ein Jahr nach Einführung der umstrittenen GDS-Gebühr hat die Lufthansa ihr eigenes Buchungssystem für Großkunden vorgestellt. Mit den möglichen Direktbuchungen spare der erste Großkunde Siemens einen mittleren sechsstelligen Euro-Betrag, teilte Europas größter Luftverkehrskonzern am jetzt in Frankfurt mit.

Bereits Mitte März sei die Testphase für diese Direct-Connect-Lösung gestartet worden, so das Unternehmen. Jetzt würden alle Siemens-Reisenden in Deutschland flächendeckend den neuen Buchungsweg für ihre Geschäftsreisen nutzen.

GDS-Gebühr entfällt

Hierbei entfallen die im September 2015 eingeführten Extra-Gebühren für Buchungen über globale Reservierungssysteme (GDS), mit denen Lufthansa im vergangenen Jahr für Empörung in der Reisebranche gesorgt hatte. Mit dieser Gebühr waren zunächst die Flugtickets auch für Geschäftskunden um jeweils 16 Euro teurer geworden, weil Lufthansa nicht mehr bereit war, aus ihrer Marge die Gebühren der GDS-Anbieter abzudecken.

© dpa, Andreas Gebert Lesen Sie auch: Schweizer Klage gegen GDS-Gebühr der Lufthansa scheitert

Anders als Privatleute konnten Geschäftskunden aber nicht ohne weiteres auf GDS-freie Buchungen über die Lufthansa-Websites ausweichen. Dort waren zahlreiche Business-Services wie die Abrechnung und die Berücksichtigung von Rahmenverträgen und Reiserichtlinien der Kunden nicht enthalten. Lufthansa hatte ihren Großkunden daher ein neues, direktes Buchungssystem versprochen.

Mit dem Kooperationspartner Siemens liefen seit März die Tests und seit dem 1. August ist das System komplett im Betrieb. Mit weiteren Großkunden sei man in Gesprächen, sagte ein Unternehmenssprecher. Buchbar sind laut Mitteilung Tickets der Konzerngesellschaften Lufthansa, Swiss, Austrian und Brussels Airlines, nicht aber der Billigtochter Eurowings. Siemens vergleicht die Lufthansa-Flüge weiterhin mit den Angeboten anderer Fluggesellschaften und buche die jeweils günstigere Alternative, wie ein Sprecher erläuterte.

© Fotolia.com, IckeT Lesen Sie auch: GDS-Systeme sind Fluch und Segen zugleich

Von: ch, dpa-AFX
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Schild des Bundeskartellamts in Bonn: Kommt eine zweite Prüfung für die Lufthansa? Bundeskartellamt nimmt Lufthansa ins Visier

    Während die Lufthansa noch auf die Genehmigung der EU-Kommission zur Übernahme der Air-Berlin-Töchter LGW und Niki wartet, schlägt ihr in Deutschland Unmut über die gestiegenen Flugpreise entgegen. Ihr Chef gelobt Besserung. In der Rhetorik des Bundeskartellamt ist nun aber eine neue Schärfe zu erkennen.

    Vom 24.11.2017
  • Lufthansa-Chef Carsten Spohr Lufthansa kann von Air-Berlin-Pleite profitieren

    Lufthansa hat die Finanzzahlen für das dritte Quartal veröffentlicht. Die vergangenen drei Monate verdiente der Konzern zwar weniger, seit Jahresbeginn aber gib es einen Rekord. Die Air-Berlin-Übernahme lässt sich Lufthansa nun etwas kosten.

    Vom 25.10.2017
  • Air Berlin will ihre Tochter Niki verkaufen. Kebekus über Niki: Lufthansa-Deal oder Konkurs

    Die Übernahme von LGW und Niki durch Lufthansa hängt aktuell in Brüssel fest. Air-Berlin-Generalbevollmächtigter Kebekus sieht darin eine große Gefahr für den österreichischen Carrier: "Der Konkurs-Antrag liegt schon auf der Fensterbank."

    Vom 08.12.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus