Lufthansa integriert Brussels Airline in Eurowings-Gruppe

15.12.2016 - 14:02 0 Kommentare

Die lange geplante Übernahme von Brussels Airlines ist besiegelt: Lufthansa kauft die ausstehenden Anteile an der belgischen Fluggesellschaft. Sie soll die Billigtochter des Konzerns stärken - und vor allem in zwei Regionen helfen.

Leitwerke von Flugzeugen der Brussels Airlines - © © Brussels Airlines -

Leitwerke von Flugzeugen der Brussels Airlines © Brussels Airlines

Die Lufthansa gliedert die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines nach der Komplettübernahme in ihre Billigtochter Eurowings ein. Der Vorstand der Lufthansa habe der Ausübung der Kaufrechte für die noch ausstehenden 55 Prozent der Aktien zugestimmt, teilte Lufthansa mit. Damit könne die Übernahme von Brussels Airlines wie geplant bis Anfang 2017 abgeschlossen werden. Die Frankfurter zahlen für das Aktienpaket an der Brussels-Muttergesellschaft SN Airholding 2,6 Millionen Euro.

Nach der Übernahme solle Brussels unter dem Dach von Eurowings ihre 23 Ziele auf der Langstrecke und ihre 79 Destinationen in Europa weiter bedienen, hieß es. Die Marke Brussels Airlines bleibe erhalten und werde um den Zusatz "Member of the Eurowings Group" ergänzt. Lufthansa erwartet nach vollständiger Integration Synergien in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionenbetrags. Kurzfristig könnten die Kosten der Übernahme aber das Ergebnis belasten.

Attraktive Märkte

Mit den Belgiern wächst die Flotte von Eurowings um 51 Flugzeuge. Brussels Airlines ist für Lufthansa wegen der EU-Beamten und Lobbyisten in Brüssel attraktiv, die viel Geld für Flüge ausgeben. Belgien und Brüssel seien attraktive Märkte, sagte Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr. Zudem bringe Brussels wettbewerbsfähige Kostenstrukturen und Langstreckenverbindungen von und nach Afrika mit. Dort ist Lufthansa relativ schwach vertreten.

Der Konzern hatte bereits vor acht Jahren 45 Prozent der Anteile an SN Airholding übernommen. Wegen der Terroranschläge auf den Flughafen Brüssel im März hatte sich die Übernahme von Brussels Airlines verzögert. Sie erwirtschaftete 2015 einen Gewinn von gut 43 Millionen Euro. Mit der Transaktion wird Spohr als Co-Vorsitzender neben Viscount Etienne Davignon in das Führungsgremium von Brussels einziehen. Dem Board werden unverändert drei weitere belgische Mitglieder angehören, die Führung obliegt unverändert CEO Bernard Gustin.

© dpa, Bernd Thissen Lesen Sie auch: Diese Baustellen warten auf den neuen Eurowings-Chef

Mit der Integration von Brussels Airlines kommt Spohr bei seiner Strategie voran, Eurowings im Konkurrenzkampf mit Billigfliegern auszubauen. Bisher fliegen unter Wings-Flagge nur Gesellschaften der Lufthansa-Familie: Eurowings, Germanwings, die Wiener Eurowings Europe und Sunexpress. Mit Brussels Airlines kommt nun eine ausländische Fluggesellschaft hinzu. Wachsen soll Eurowings 2017 zudem mit bis zu 35 Jets von Air Berlin, die gemietet werden sollen.

Von: dpa, gk
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