Lufthansa-Bodendienste bekommen mehr Gehalt

07.02.2018 - 11:22 0 Kommentare

Bei den Lufthansa-Tochterunternehmen ist der Tarifkonflikt mit Verdi beigelegt. Die Beschäftigten erhalten bis 2020 maximal sechs Prozent mehr Gehalt - abhängig von den Unternehmensergebnissen.

Mitarbeiter von Lufthansa Technik. - © © Lufthansa Technik AG  - Gregor Schläger

Mitarbeiter von Lufthansa Technik. © Lufthansa Technik AG /Gregor Schläger

Nach vier Verhandlungsrunden und internen Beratungen haben sich Lufthansa und die Gewerkschaft Verdi auf einen neuen Vergütungstarifvertrag geeinigt. Wie beide Seiten mitteilten, gibt es für die rund 30.000 Mitarbeiter der Lufthansa-Bodendienste, von Lufthansa Technik, Lufthansa Cargo und LSG Sky Chefs eine Gehaltserhöhung von bis zu sechs Prozent in zwei Schritten. Die Laufzeit des Vertrags endet am 30. September 2020.

Im ersten Schritt werden ab 1. Februar 2018 drei Prozent mehr Gehalt gezahlt. Die Beschäftigten von Lufthansa Technik bilden dabei eine Ausnahme: Sie erhalten eine einheitliche Erhöhung von knapp 107 Euro monatlich, wie es nach Lufthansa-Angaben Verdi gefordert hat.

Variables Vergütungsmodell

Im zweiten Schritt werden die Gehälter ab 1. Mai 2019 nochmals um bis zu drei Prozent erhöht. Die Steigerung erfolgt allerdings ergebnisorientiert: Einen Sockel von 1,8 Prozent plus gibt es garantiert, den Rest nur, wenn die jeweiligen Geschäftsfelder eine bestimmte Marge beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern erreichen.

Damit konnte die Lufthansa eine ihre zentralen Forderungen teilweise durchsetzen. "Mit diesem variablen Vergütungsmodell berücksichtigen wir die wirtschaftliche Situation unserer einzelnen Geschäftsfelder", erklärte Personalvorstand Bettina Volkens in einer Pressemitteilung.

Die vier Lufthansa-Geschäftsfelder am Boden

Bei den Lufthansa-Bodendiensten, Lufthansa Technik, Lufthansa Cargo und dem Catering-Dienstleister LSG sind nach Lufthansa-Angaben 28.000 Menschen beschäftigt. Damit handele es sich um die größte Beschäftigtengruppe des Konzerns in Deutschland.
Verdi nennt eine Zahl von 33.000 Mitarbeitern in diesen Geschäftsfeldern. Davon zählen rund 11.000 zu den Bodendiensten, 13.000 zu LH Technik, 3000 zu LH Cargo und 6000 zu LSG.

Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle betont, die Gewerkschaft habe ein gutes Ergebnis erreicht, wenn auch die Laufzeit sehr lang sei. Die Gewerkschaft hatte eine Erhöhung um sechs Prozent für zwölf Monate gefordert. Lufthansa hatte dagegen zuletzt bei einer Laufzeit von 26 Monaten 5,1 Prozent mehr in zwei Schritten angeboten, wobei die zweite Erhöhung bei einer Ergebnismarge von weniger als 2,3 Prozent im jeweiligen Geschäftsfeld entfallen wäre.

Als weitere Erfolge verbucht Verdi-Vorstandsmitglied Behle für Auszubildende eine "überproportionale Erhöhung" der Vergütungen um zweimal 40 Euro sowie die Regelung zur unbefristeten Übernahme. Zudem habe Verdi die Aufspaltung des Manteltarifvertrages auf die verschiedenen Geschäftsfelder abwehren können, so Behle.

Vorerst herrscht Tariffrieden bei Lufthansa

Der neue Vergütungstarifvertrag muss noch von den zuständigen Gremien bestätigt werden. Die Verdi-Tarifkommission hat am Dienstag bereits zugestimmt.

Mit dieser Einigung habe man jetzt "für alle großen Mitarbeitergruppen der Lufthansa in Deutschland Tariffrieden erzielt", sagte Personalvorstand Volkens. 2019 könnte es allerdings schon wieder zu neuen Auseinandersetzungen kommen: Für das Kabinenpersonal laufen laut Gewerkschaft Ufo die ersten Tarifverträge Ende 2018 aus. Ufo hatte jüngst die aktuellen Arbeitsbedingungen der Lufthansa-Flugbegleiter scharf kritisiert.

Von: pra
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