Lufthansa und Verdi beraten intern weiter

02.02.2018 - 13:15 0 Kommentare

Zwischen Verdi und Lufthansa gibt es auch nach der vierten Verhandlungsrunde kein Ergebnis im Tarifringen um mehrere Kranich-Töchter. Die Streikandrohung sorgte für Ärger - nun wird intern beraten.

Mitarbeiter der Lufthansa Cargo. - © © dpa - Marc Tirl

Mitarbeiter der Lufthansa Cargo. © dpa /Marc Tirl

Nach wie vor keine Einigung zwischen Lufthansa und der Gewerkschaft Verdi: In dieser Woche ist zum vierten Mal seit November über einen neuen Vergütungstarifvertrag verhandelt worden. Es geht um die Bezahlung bei den Lufthansa-Bodendiensten, Lufthansa Cargo, Lufthansa Technik und LSG Sky Chefs.

Laut Mitteilungen von Lufthansa und der Gewerkschaft vereinbarten beide Parteien, sich zu weiteren internen Beratungen zurückzuziehen. Über die Inhalte und den Stand der Verhandlungen soll Stillschweigen gewahrt werden.

Lufthansa fürchtet um Wettbewerbsfähigkeit

Vor den Verhandlungen kritisierte Lufthansa die Haltung von Verdi. "Ich habe kein Verständnis, dass die Gewerkschaft bereits vor dem Verhandlungstermin mit Streiks droht", erklärte Bettina Volkens, im Lufthansa-Vorstand für Personal verantwortlich, in einer Pressemeldung.

Zugleich wies sie die "Maximalforderung" von Verdi zurück. "Wir haben sicherlich nicht die schwierigen Arbeitskämpfe mit den anderen Beschäftigtengruppen erfolgreich beigelegt, um jetzt beim Bodenpersonal Erhöhungen zu akzeptieren, die unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter verschlechtern."

Erhöhungen sollen vom Unternehmensergebnis abhängen

Verdi hatte zuvor das Lufthansa-Angebot als "Provokation" bewertet und Streiks nicht ausgeschlossen, sollte es erneut zu keiner Einigung kommen. Die Gewerkschaft verlangt für die rund 33.000 Mitarbeiter der vier Sparten sechs Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Lufthansa bietet dagegen für 18 Monate maximal 2,6 Prozent, für weitere 18 Monate nochmals bis zu 2,5 Prozent.

Die Erhöhungen sollen allerdings von den wirtschaftlichen Ergebnissen der jeweiligen Tochterunternehmen abhängig gemacht werden. Dadurch würden nach Verdi-Angaben die Mitarbeiter bei dem Catering-Dienstleister LSG weitgehend leer ausgehen.

Zudem will Lufthansa laut Gewerkschaft den Manteltarifvertrag nicht mehr übergreifend, sondern für die einzelnen Sparten separat abschließen. Dies diene "der Vorbereitung von Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen in den unterschiedlichen Geschäftsfeldern", kritisierte Verdi in einer Mitteilung an die Mitglieder. Die Gewerkschaft kündigte für den 6. Februar ein Treffen der Konzerntarifkommission an.

Der bisherig Vergütungstarifvertrag für Bodendienste, Lufthansa Cargo, Lufthansa Technik und LSG war zum 31. Dezember 2017 gekündigt worden. Im November wurden zunächst vier Verhandlungsrunden für eine neue Einigung angesetzt.

Von: pra
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Mitarbeiter von Lufthansa Technik. Lufthansa dementiert Technik-Verkauf

    Das "Handelsblatt" berichtet von einem möglichen Verkauf der Lufthansa Technik. Auf Nachfrage dementiert der Konzern die Gerüchte. Ungewöhnlich, denn der Kranich äußert sich sehr selten zu Spekulationen.

    Vom 26.10.2018
  • Eine Boeing 777F der Aerologic. Neuer Streit um Aerologic

    Lufthansa baut das Frachtgeschäft beim Joint-Venture Aerologic weiter aus - außerhalb des Tarifvertrags. Das kommt bei VC und Verdi nicht gut an. Sie hoffen auf eine höchstrichterliche Entscheidung im Dezember.

    Vom 17.09.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus