Trotz überraschend guter Quartalszahlen

Lufthansa blickt skeptisch in die Zukunft

28.10.2009 - 16:43 0 Kommentare

Die Deutsche Lufthansa hat die Analysten in den ersten neun Monaten des Jahres mit einem Minus von nur 32 Millionen Euro überrascht. Operativ ist die Airline trotz der relativ guten Quartalszahlen skeptisch, was die angepeilten schwarzen Zahlen zum Jahresende angeht.

Flugzeuge der Lufthansa - © © Lufthansa -

Flugzeuge der Lufthansa © Lufthansa

Die Deutsche Lufthansa hat in den ersten drei Quartalen unter dem Strich ein Minus von 32 Millionen Euro verbucht. Im Vorjahr hatte Lufthansa noch 529 Millionen Euro verdient.

Nach dem ersten Halbjahr hatte der Verlust noch 216 Millionen Euro betragen, und Analysten hatten für die ersten neun Monate ein Minus von 222 Millionen erwartet. Zu der Reduzierung trug auch die Auflösung einer Rückstellung der AUA bei.

Beim Umsatz traf der Konzern dagegen die Erwartungen: Hier machte sich die schwache Geschäftsentwicklung bemerkbar. Der Lufthansa-Erlös ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wie erwartet um 13 Prozent auf 16,2 Milliarden Euro zurück.

Diese Entwicklung wurde noch gebremst durch die erstmalige Einbeziehung der neuen Töchter, die in den Vorjahreszahlen noch nicht enthalten waren. BMI geht erst seit Juli, AUA seit September dieses Jahres in die Konzernzahlen ein.

Der operative Gewinn schrumpfte in den ersten neun Monaten von 954 auf 226 Millionen Euro, fiel damit aber fast dreimal so hoch aus wie erwartet. Ob der geplante operative Gewinn im Gesamtjahr erreicht werde, hänge aber wesentlich von der Geschäftsentwicklung im vierten Quartal ab, teilte die Lufthansa mit. 

Skeptischer Ausblick

Die Lufthansa sieht trotz eines überraschend positiven Sommerquartals "kaum Licht am Ende des Tunnels". Die weitere Ergebnisentwicklung bleibe insgesamt mit sehr hohen Risiken durch die Mengen- und Preisentwicklung sowie dem wieder ansteigenden Ölpreis verbunden. Daher sei weiterhin von einem deutlichen Umsatzrückgang und Ergebnisbelastungen auszugehen.

Von den neuen Gesellschaften im Airline-Verbund - Austrian Airlines und British Midland - seien ebenfalls negative Ergebnisbeiträge zu erwarten. Die Geschäftsentwicklung des vierten Quartals werde somit ausschlaggebend dafür sein, ob es gelingt, diese Einflüsse zu kompensieren und das angestrebte Ziel eines positiven operativen Ergebnisses für den nunmehr erweiterten Konzern noch zu erzielen.

Weitere Einzelheiten zu den ersten neun Monaten will das Unternehmen an diesem Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Frankfurt vorstellen.

Die Lufthansa versucht derzeit, mithilfe eines Sparprogramms wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen. Bis zum Jahr 2011 sollen die Kosten im Passagierverkehr um eine Milliarde Euro sinken. 400 Vollzeitstellen stehen zur Disposition. In Winter senkt die Lufthansa ihre wöchentlichen Flüge um fast 1.000 auf 12.400. Die Frachtsparte Lufthansa Cargo hat bereits Kurzarbeit eingeführt und mehrere Flieger stillgelegt. Hier gilt ein Verlust im Gesamtjahr bereits als ausgemacht.

 

Von: dpa, ddp, airliners.de
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