Lufthansa zieht Bilanz für 2015

17.03.2016 - 08:27 0 Kommentare

Trotz Germanwings-Absturz und Dauerstreiks hat die Lufthansa ein geschäftlich erfolgreiches Jahr hinter sich. Vorstandschef Carsten Spohr präsentiert heute die genauen Zahlen - auch die Aktionäre dürften sich freuen.

Lufthansa-Vorstand Carsten Spohr - © © dpa - Jörg Carstensen

Lufthansa-Vorstand Carsten Spohr © dpa /Jörg Carstensen

Die Lufthansa zieht am heutigen Donnerstag (17. März) Bilanz für 2015. Trotz einschneidender Ereignisse wie dem Absturz von Germanwings-Flug 4U9525 und einer Reihe von Streiks des fliegenden Personals kann der Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr voraussichtlich einen stattlichen Gewinn vorweisen.

Das Management hat einen operativen Gewinn (bereinigtes Ebit) zwischen 1,75 und 1,95 Milliarden Euro (2014: 1,17 Milliarden Euro) angekündigt, in dem allerdings die Streikkosten des letzten Quartals nicht einberechnet sind.

Unter dem Strich wird damit wohl der Rekordgewinn von 1,66 Milliarden Euro von 2007 zwar verfehlt, aber das Mini-Ergebnis von 55 Millionen Euro aus dem Vorjahr deutlich übertroffen. Analysten gehen von einem Netto-Gewinn von rund 1,5 Milliarden Euro aus.

Der Umsatz von zuletzt 30 Milliarden Euro sollte ebenfalls deutlich zulegen. Bis einschließlich September lagen die Erlöse mit mehr als sieben Prozent im Plus.

Aktionäre dürfen auf Dividende hoffen

Die Aktionäre, im Geschäftsjahr 2014 noch leer ausgegangen, können sich wieder auf eine Dividende einrichten. Laut Managementankündigungen geht es für Lufthansa auch im laufenden Jahr weiter nach oben.

Rückenwind sollte dabei weiterhin der niedrige Ölpreis geben. Für die Berechnung der Dividende hat sich der Konzern ein neues Verfahren gegeben. Danach müssen zwischen zehn und 25 Prozent des Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit) an die Anteilseigner ausgeschüttet werden.

Fortschritte im Tarifkonflikt

Im Tarifkonflikt mit dem Personal hat Lufthansa-Chef Spohr gegen zunächst entschlossenen Widerstand der Gewerkschaften durchaus Erfolge vorzuweisen. So haben mit dem Bodenpersonal und den Flugbegleitern die beiden größten Berufsgruppen die verlangte Umstellung des Betriebsrentensystems grundsätzlich akzeptiert.

Lufthansa trägt für die Beschäftigten nicht mehr das Zinsrisiko, sondern zahlt nur noch einen fest definierten Beitrag. Offen ist aber immer noch der Konflikt mit den Piloten, der bislang zu 13 Streiks geführt hat.

© Lufthansa, Lesen Sie auch: Lufthansa-Chef beziffert Streikkosten mit einer halben Milliarde Euro

Auch die europaweite Expansion der neuen Billigmarke Eurowings ist deutlich vorangekommen. Die neue Plattform, auf der mehrere Fluggesellschaften die Punkt-zu-Punkt-Verbindungen abwickeln, wächst aktuell sehr schnell, während die Flotten der traditionellen Netz-Gesellschaften stagnieren oder sogar schrumpfen. Ärger gab es allerdings wegen der häufigen Verspätungen beim neuen Fernflugangebot der Eurowings.

Von: ch, dpa
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