Lufthansa testet leiseres Anflugverfahren LNAS

03.05.2018 - 09:05 0 Kommentare

Das neue Pilotenassistenzsystem LNAS (Low Noise Augmentation System) soll leisere und effizientere Anflüge ermöglichen. Die Lufthansa baut das vom DLR entwickelte System nun in ihre Airbus-A320-Flotte ein und startet einen Langzeit-Test.

Das Display des Pilotenassistenzsystems LNAS (Low Noise Augmentation System) im A320. - © © DLR -

Das Display des Pilotenassistenzsystems LNAS (Low Noise Augmentation System) im A320. © DLR

Lufthansa testet ab sofort zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), dem Umwelt- und Nachbarschaftshaus (UNH) sowie dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport das Pilotenassistenzsystems LNAS (Low Noise Augmentation System). Das neue System soll dabei helfen, den Lärm beim Landeanflug zu verringern.

Für eine Langzeiterprobung rüstet Lufthansa derzeit bis zu 86 Flugzeuge der Airbus-A320-Familie mit dem neuen Assistenzsystem aus, wie das DLR jetzt mitteilte. Am Boden sollen die am Flughafen Frankfurt bereits vorhandenen Lärmmessstellen Daten für eine statistisch belastbare Aussage des Lärmminderungspotentials sammeln, heißt es.

Zunächst würden 25 ausgewählte Piloten auf das LNAS-Assistenzsystem geschult. Später soll die Erprobung dann auf alle A320-Piloten der Lufthansa ausgeweitet werden und im regulären Flugbetrieb eingesetzt werden. Die Testeinsätze starten Ende Mai und sollen dann ein Jahr lang laufen.

Assistenzsystem soll auch Treibstoff sparen

LNAS zeigt dem Piloten auf einem Display des Electronic Flight Bags (EFB) die optimalen Zeitpunkte für jede Handlung während des Landeanflugs - zum Beispiel für das Erreichen der Zwischenflughöhe oder das Ausfahren des Fahrwerks. Handelt der Pilot den Vorgaben entsprechend, soll der Anflug von der Reiseflughöhe bis hinunter auf die Stabilisierungshöhe von 1000 Fuß über Grund mit minimalem Schub durchgeführt werden können.

Verpasst ein Pilot den vom System berechneten idealen Zeitpunkt für eine bestimmte Handlung, passt das Assistenzprogramm die folgenden Schritte an und errechnet ein neues Anflugprofil. Der Einsatz von Bremsklappen soll so möglichst vermieden werden.

In der Folge erwarten die Forscher weniger Lärm am Boden sowie zeitgleich eine Reduzierung beim Kerosinverbrauch. Das Pilotenassistenzsystem wird daher auch nicht nur in Frankfurt gestestet, sondern im gesamten Lufthansa-Netz. Die Forscher erhoffen sich von den gesammelten Daten im Flug wichtige Erkenntnisse zur erwarteten Treibstoffeinsparung bei LNAS-Anflügen.

Das DLR hatte das von ihr entwickelte System bereits Ende 2016 selbst am Flughafen Frankfurt getestet. Damals kam das Forschungsflugzeug ATRA zum Einsatz.

Von: dh
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