Lufthansa will um Alitalia kämpfen

29.01.2019 - 14:45 0 Kommentare

Der Kranich meldet sich im Übernahmepoker um Alitalia zurück. Doch ein neues Angebot legt Lufthansa nicht wirklich vor. Derweil verzögert sich die Entscheidung in den italienischen Gremien erneut.

Flugzeuge von Alitalia und Lufthansa. - © © dpa -

Flugzeuge von Alitalia und Lufthansa. © dpa

Lufthansa ist weiter an einer Übernahme von Italiens Flagcarrier Alitalia interessiert. "Wir kämpfen um den Markt Italien und damit auch um Alitalia", bekräftigte Lufthansa-Vorstandsmitglied Harry Hohmeister gegenüber der Nachrichtenagentur "Reuters". So habe es in letzter Zeit "vertiefte Gespräche" mit italienischen Politikern und den Verantwortlichen bei der staatlichen Eisenbahngesellschaft (FS) gegeben.

Allerdings seien die Übernahmebedingungen des Kranichs nicht grundlegend anders als beim ersten Angebot aus dem vergangenen Jahr, so Hohmeister. Langfristig wolle die Lufthansa 100 Prozent der Anteile übernehmen. Italienische Medien berichten jedoch, dass dem Kranich wohl auch erstmal 51 Prozent der Anteile genügen würden. Zudem würde man wohl die FS als Minderheitsaktionär akzeptieren. Eine direkte staatliche Beteiligung schließt der Kranich weiter aus.

Alitalia würde unter Lufthansa als Marke erhalten bleiben

Den geplanten Stellenabbau bezifferte Hohmeister erstmalig auf unter 3000 Stellen. Dieser müsse zudem auch "sozialverträglich geregelt" werden. Flexiblen Mitarbeitern würde man innerhalb des Konzerns alternative Jobs anbieten. Das habe man allerdings nicht mit den Verantwortlichen diskutieren können, weil es diesbezüglich noch keine Gespräche gegeben habe, so der Hubchef weiter.

Sollte der deutsche Carrier doch den Zuschlag erhalten, bliebe Alitalia sowohl operativ eigenständig als auch als Marke erhalten. "Uns geht es nicht um die volle Integration der Alitalia als Kapazitätsprovider - sondern sie soll ein eigenes Gesicht und auch eine eigene Identität behalten."

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Gleichzeitig kritisierte Hohmeister die Idee, dass Delta Air Lines zusammen mit Air France/KLM in Form einer Minderheitsbeteiligung bei Alitalia einsteigen wolle, als "nicht besonders nachhaltig". Das sei sicher die kurzfristig leichtere Option, für die sich Alitalia schon oft entschieden habe, allerdings sei dieser Weg langfristig nie erfolgreich gewesen.

Entscheidung auf unbestimmten Zeitpunkt vertagt

Eigentlich sollte die Entscheidung über die Zukunft der kriselnden Airline während der Verwaltungsratssitzungen der staatlichen Eisenbahngesellschaft FS (Ferrovie dello Stato) am 23. und 29. Januar fallen. Gestern teilte die FS jedoch schriftlich mit, dass zwar "eine Verwaltungsratssitzung abgehalten wurde, die Ausgabe des Alitalia-Dossiers wurde jedoch nicht behandelt." Für Dienstag und die nächsten Tage sei keine weitere Sitzung geplant.

Wann jetzt mit einer Entscheidung gerechnet werden kann, ist derzeit unklar. Die FS hat auf Wunsch der italienischen Regierung die Federführung bei der Suche nach Investoren übernommen.

Delta Air Lines und Air France gelten als Favorit

Delta und Air France/KLM, die ein Joint-Venture betreiben, galten noch in der vergangen Woche laut der Wirtschaftszeitung "Il Sole 24 Ore" als Favoriten der Regierung. So habe man bei Gesprächen in Atlanta angeboten, dass beide Partner jeweils 20 Prozent an Alitalia übernehmen.

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25 bis 30 Prozent wolle demnach die FS selbst erwerben, 15 Prozent könnte der Staat halten, wenn er einen Teil des Überbrückungskredits nicht von Alitalia zurückfordert, sondern umwandelt. Die restlichen 15 bis 20 Prozent müssten durch andere Investoren abgedeckt werden. Eine solche Splitterlösung hatte Lufthansa in der Vergangenheit abgelehnt.

Von: br
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